Michael Schrittwieser

Michael Schrittwieser (* 4. Juni 1967) ist ein österreichischer Basketball-Trainer und ehemaliger Spieler. Seit 1993 ist er (mit einer Unterbrechung von 233 Tagen) Trainer der Kapfenberg Bulls. Mit vier österreichischen Meistertiteln, zwei Supercup-Titel und einem Sieg im Cup ist Schrittwieser der erfolgreichste österreichische Basketballtrainer. Von 2001 bis 2006 war er neben seiner Tätigkeit für die Kapfenberg Bulls auch Trainer des österreichischen Nationalteams. Michael Schrittwieser studierte Sportwissenschaften und lebt in Aflenz Kurort.

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Trainerkarriere

Nachdem Schrittwieser seit der Vereinsgründung 1976 aktiver Spieler der Kapfenberg Bulls war, übernahm er im Jahr 1993 als vermeintliche „Billiglösung“ den Trainerposten der Bundesligamannschaft. Schrittwieser war zuvor schon Gesamtleiter des Vereinsnachwuchs. In der ersten Saison belegte Schrittwieser mit der Mannschaft den fünften Meisterschaftsplatz.

In den folgenden Jahren führte Schrittwieser die Mannschaft an die Spitze der Österreichischen Basketball Bundesliga. In den Jahren 1996 bis 1998 belegte er jeweils den dritten Endrang in der Meisterschaft, 1999 und 2000 folgten zwei Vizemeistertitel.

2001 konnte Schrittwieser nach einem Sieg in der Finalserie gegen die Wörthersee Piraten seinen ersten Meistertitel als Trainer erreichen. Auch 2002 ging der Titel nach Kapfenberg, im Finale wurden die Fürstenfeld Panthers besiegt.

Im Herbst 2002 zog sich Schrittwieser in die sportliche Leitung der Kapfenberg Bulls zurück. Seine Nachfolger waren zuerst Toni Vujanic, später Stefan Koch, der die Mannschaft auf Platz 1 des Grunddurchganges führte und in weiterer Folge in die Finalserie gegen Gmunden. Nach zwei Niederlagen in dieser Best-of-Five-Finalserie standen die Bulls mit dem Rücken zur Wand. Schrittwieser übernahm erneut den Trainerposten, die Kapfenberg Bulls gewannen die restlichen drei Spiele und konnten sich den Meistertitel sichern.

2004 erreichte Schrittwieser mit den Bulls ebenfalls gegen Gmunden den vierten Meister in Folge, der auch der bislang letzte bleiben sollte. 2007 gewann Schrittwieser seinen einzigen Cuptitel.

Auch in international Bewerben waren die Bulls unter Schrittwieser regelmäßig vertreten. Das bislang beste Ergebnis wurde mit einem dritten Platz in der Central European Basketball League erreicht, nachdem alle sechs Spiele der Gruppenphase gewonnen wurden. Dieses Resultat ist zugleich die beste Platzierung eines österreichischen Basketballteams in einem internationalen Bewerb.[1]

Tätigkeit als Nationalteam-Coach

Michael Schrittwieser übernahm im Jänner 2001 neben der Betreuung der Kapfenberg Bulls auch den Trainerposten des österreichischen Nationalteams. In seiner Tätigkeit als Nationalteamtrainer gewann er 13 von 28 Spielen. Gegen Mazedonien verpasste er knapp den Aufstieg in die Division A.

Im Jänner 2006 trat Schrittwieser freiwillig als Teamchef zurück. In einem offenen Brief an den damaligen Verbandspräsidenten Martin Bartenstein begründete Schrittwieser seinen Rücktritt mit der mangelnden Professionalität in der österreichischen Bundesliga und Grabenkämpfen seitens der Basketball-Funktionäre.[2][3]

Titel als Trainer

Jahr Titel Verein
2001 Meister Kapfenberg Bulls
2002 Meister Kapfenberg Bulls
2002 Supercup Kapfenberg Bulls
2003 Meister Kapfenberg Bulls
2003 Supercup Kapfenberg Bulls
2004 Meister Kapfenberg Bulls
2007 Cup Kapfenberg Bulls

Literatur

  • Ernst Weiss (Hrsg.): Basketball-Guide 2008/09. Eigenverlag, Wien 2008.
  • Helga Papst: Sport in Kapfenberg. 1898 - 2008. Stadtgemeinde Kapfenberg, Kapfenberg 2009
  • Geschichte der Kapfenberg Bulls
  • Michael Schrittwieser, Egon Theiner: Basketball. Alles über Technik, Taktik und Training. BLV, München 2004, ISBN 3-405-16727-2.

Einzelnachweise

  1. Die Bullen kommen jetzt in Hoch-Form, Kleine Zeitung (Mürztal), 14. Januar 2009
  2. Frust im Basketball: Schrittwieser als Nationalteam-Trainer zurückgetreten, News.at, 10. Jänner 2006 (abgerufen am 11. Juli 2009)
  3. Schrittwieser tritt als Herren-Teamchef zurück. bei: ORF ON Sport. abgerufen am 11. Juli 2009

Weblinks