Narrenmarsch

In der schwäbisch-alemannischen Fasnet haben die Orte und Narrenzünfte häufig eigene Marschmusik, die sogenannten Narrenmärsche, die nur zur Fasnet gespielt werden.

Der Rottweiler Narrenmarsch wurde 1882 von Heinrich von Besele als wahrscheinlich erster spezieller Narrenmarsch komponiert, und wurde anlässlich einer Saalveranstaltung uraufgeführt. 1911 entdeckte ihn der damalige Musikdirektor Sander neu, arrangierte ihn für Militärmusik und spielte ihn erstmals beim Narrensprung mit der Stadtkapelle. Den Text dazu verfasste Otto Wolf.

Daneben kann sich auch ein vorhandener Marsch durch das traditionelle Spielen an Fasnetsumzügen zu einem Narrenmarsch entwickeln. So ist der Altjägermarsch eine weit verbreitete Weise, als Marsch der Freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 komponiert, wird er heute noch viel zur Fasnet gespielt. In Rottweil intoniert ihn als einzige Musikgruppe die Jugendkapelle zum Narrensprung, wenn sie vor dem Narrensamen herschreitet. In Meersburg und Kiebingen gilt er als der Narrenmarsch, in Zürich heißt er Sechseläuten-Marsch.

Beispiele von Narrenmärschen

  • Der Donaueschinger Narrenmarsch stammt aus der Feder des 1801 in Prag geborenen Johann Wenzel Kalliwoda und wurde 1840 als Teil einer Oper komponiert, Hofmusiker Rinsler schrieb ihn als Marsch für die Fürstliche Feldmusik um. Erst viel später wurde er zum Narrenmarsch.
  • Der (neue) Elzacher Narrenmarsch wurde von der dortigen Partnerstadt Telfs übernommen.
  • Der Neufraer Burgnarrenmarsch wurde auf Veranlassung und Mitwirkung des früheren Dirigenten der Musikkapelle Neufra, Nikolaus Winzenried (Ehrenbürger) im Jahre 1973 von Josef Sohm aus Rottweil komponiert. Der Text stammt von Nikolaus Winzenried und Siegfried Bordt.

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