Pfitscher Tal

Blick vom Pfitscher Joch ins Pfitscher Tal
Pfitscher Tal im Winter (Luftbild, Blick von Ost nach West)

Das Pfitscher Tal (auch Pfitschtal oder Pfitsch, italienisch: Val di Vizze) liegt in Südtirol (Italien) und ist ein typisches Hochtal der Zentralalpen. Es verläuft vom Sterzinger Becken (946 m) nach Nordosten über 20 Kilometer in die Zillertaler Alpen hinein und endet am Pfitscher Joch (2246 m), einem Übergang zum österreichischen Zamser Grund im oberen Zillertal. Das Pfitscher Joch ist für Kraftfahrzeuge nicht befahrbar, das Tal kann auf diese Weise nur über Sterzing erreicht werden.

Das Gebiet der Gemeinde Pfitsch umfasst das gesamte Pfitscher Tal. Größte Siedlung im Tal ist die Fraktion Wiesen am Eingang des Tales. Durch das Tal fließt der Pfitscher Bach, der südlich von Sterzing in den Eisack mündet.

Vom 4. auf den 5. August 2012 war das Pfitscher Tal von einem schweren Unwetter betroffen. Aufgrund starker Gewitter gab es zahlreiche Murgänge bei den Zuflüssen des Pfitscher Bachs. Eine Verklausung des Pfitscher Bachs sorgte zudem dafür, dass dieser sich ein neues Bett grub. Das Unwetter forderte zwei Todesopfer im Tal.[1]

Geologie

Das Pfitscher Tal ist ein typisches glazial überprägtes Trogtal mit ausgeprägter Trogschulter und Schliffkehle, besonders auf der orografisch rechten Talseite. Von links münden die Hängetäler des Burgumer und des Großberg-Baches. Auf den Schwemmkegeln der die Talflanken durchschneidenden Seitenbäche liegen verstreut die Siedlungen.[2]

In historischer Zeit wurde durch einen Bergsturz unterhalb des heutigen Stausees bei Wöhr, als auf der orografisch linken Talseite unterhalb der Überseil-Spitze und der Leitner Wand eine gewaltige Gesteinsmasse abbrach, ein großer See aufgestaut, der ursprünglich wohl bis in die Gegend des heutigen St. Jakob gereicht hat. Nach einer Sage soll der See in der Nacht vom 18. auf den 19. März 1080 ausgebrochen und zum Tale „hinausgepfitscht“ sein und dabei im inzwischen bereits besiedelten äußeren Tal schwere Verwüstungen verursacht haben. Wann dieser letzte Ausbruch wirklich erfolgte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Wahrscheinlich hat ein schweres Gewitter diesen letzten Ausbruch verursacht. Der auffallend flache und breite Talboden des mittleren Pfitscher Tals stellt den ehemaligen Untergrund dieses Sees dar.[3][4]

Einzelnachweise

  1. Südtirol Online: Zwei Tote bei Unwetter im Wipptal. Artikel vom 5. August 2012
  2. Das große ADAC Alpenbuch, 9. Auflage 1997, S. 331
  3. Mathias Oehlke: Bericht 1999 über geologische Aufnahmen auf Blatt 175 Sterzing (PDF; 63 kB)
  4. Kuratorium für Technische Kulturgüter, Bozen: Kraftwerk Wiesen

Weblinks

 Commons: Pfitscher Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 46° 57′ 13,6″ N, 11° 33′ 15,1″ O