Piusverein Österreichs

Der österreichische Piusverein zur Förderung der katholischen Presse wurde 1905 im Anschluss an den fünften Österreichischen Katholikentag nach einem Aufruf des Jesuitenpaters Viktor Kolb gegründet. Seine Hauptaufgabe war die Stärkung der katholischen Presse.

Analog zur politischen Teilung der österreichischen Katholiken in Konservative und Christlichsoziale bildeten sich im Piusverein zwei Flügel, die aber eng zusammenarbeiteten.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges war die Zahl der Ortsgruppen des Piusvereins in der österreichischen Reichshälfte auf rund 1.000 gestiegen, die Zahl der Mitglieder auf rund 150.000. Eine italienische Sektion gab es in Triest, eine tschechische in Prag. Zu den Mitgliedern zählten auch zahlreiche Geistliche, die in Pressepredigten für die Ziele des Vereines warben.

Der Verein diente vor allem der Geldbeschaffung für das christliche Pressewesen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Er förderte die konservative Tageszeitung Vaterland und die christlichsoziale Reichspost, die z. B. 1912 jeweils 45.000 Kronen erhielten. Etwa die gleiche Summe wurde für das Preßbüro des Piusvereins ausgegeben, das als Presseagentur rund 50 lokale katholische Tageszeitungen in Österreich täglich mit Korrespondentenberichten aus der Reichshauptstadt (Piusvereinskorrespondenz) bediente.

Siehe auch

Literatur

  • Hartmuth Staffler: Krummstab und "Krummnase". Der christlichsoziale Antisemitismus in Tirol am Beispiel der "Brixener Chronik". Verlag A. Weger, Brixen 2003, ISBN 88-88910-01-8

Weblinks