Schinderling

Schinderling war eine volkstümliche Bezeichnung für die im Feinsilbergehalt stark verminderten Pfennige aus der Zeit um 1457 bis 1460, die hauptsächlich im österreichischen Raum (Land ob der Enns) umliefen. Sie hatten ihre Ursache in Erbstreitigkeiten zwischen den Habsburgern Erzherzog Albrecht VI und seinem Bruder Kaiser Friedrich III. welche in einem kostspieligen Krieg und den damit verbundenen Geldmangel zur Bezahlung der Söldner mündete. So ließ Albrecht minderwertige Münzen prägen und ersetzte das Silber nach und nach durch Kupfer und Blei. Diese minderwertige Legierung sorgte dafür, dass sich die Geldstücke mit der Zeit schwarz verfärbten und so auch den Namen Schwarzpfennig oder Schinderling bekamen.

Die Schinderlingszeit war eine der ersten offenen Inflationen im deutschen Sprachraum kurz vor Beginn der Neuzeit. Die Wucht dieser Wirtschaftskrise lässt sich gut am Wechselkurs zum ungarischen Gulden festmachen. Konnte man Anfang 1458 noch für 270 Pfennige gegen einen Gulden einwechseln, so musste man im April 1460 dafür bereits 3686 Pfennige vorlegen bis letztlich keiner mehr die Pfennige haben wollte. [1]

Ende 1460 wurde mit der Wiedereinführung von echten Silberpfennigen die große Inflation in Deutschland beendet.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Heinz Fengler u. a.: transpress Lexikon Numismatik. VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00220-1

Einzelnachweise

  1. Werner Bareis, Niels Nauhause, Lexikon der Finanzirrtümer, Ullstein Verlag, 2009, ISBN 978-3548373041
  2. Richard Gaettens, Inflationen - Das Drama der Geldentwertungen vom Altertum bis zur Gegenwart (Die Zeit der Schinderlinge). Pflaum Verlag München, 1955