Schloss Trautenburg

Das Schloss Trautenburg in der Gemeinde Schloßberg in der Steiermark steht südöstlich von Leutschach. Es ist aus dem ehemaligen Meierhof der Burg Schmirnberg hervorgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Schlosses

Schloss Trautenburg wird 1234 erstmals als Hof des Reinhard II. von Mureck, Herr auf Schmirenberg urkundlich genannt. Im Gegensatz zur Burg Schmirenberg, die ein Lehen vom Stift St. Paul im Lavanttal war, gehörte der Meierhof immer dem jeweiligen Burgherrn. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ging der Hof an die Grazer Bürgerfamilie Wakkerzil, die ihn zu einem Edelsitz ausbaute. Danach kam der Besitz 1493 an die Herrn von Trautmannsdorf. Ehrenreich von Trautmannsdorf ließ ab 1581 den immer noch bescheidenen Ansitz zum vierflügeligen Schloss ausbauen. Ihm wurde erlaubt, das bis dahin Schloss Leutschach genannte Schloss in Trauttenburg umzubenennen. Durch Erbschaft kam das Schloss an Wolf Maximilian von Eisbiswald. Nach Erbschaftsstreitigkeiten und großer Verschuldung erwarb 1759 Josef Boset das Schloss. 1769 erhob Kaiserin Maria Theresia Joseph Boset in den Ritterstand. Von da an durfte er sich von Trautenburg nennen. 1837 erwarben Cajetan und Antoinie Bouvier den Besitz, der später an Graf und Gräfin Anton und Camilkla Ostrowski überging. 1974 wurde Trautenburg von Herbert I. Rauch-Höphffner von Brendt erworben.

Schloss Trautenburg 2012

Baubeschreibung

Das Schloss ist eine zwei- bis dreigeschossige, vierflügelige Anlage mit zwei von ehemals vier Ecktürmen um einen großen Innenhof. Der Westflügel hat Pfeilerarkaden im Erdgeschoss und Rundbogenfenster im Obergeschoss, der Ostflügel einen offenen Gang auf mittelalterlichen Kragsteinen. Im Hof stehen zwei lebensgroße Statuen von Giovanni Giuliani, in der Nordwestecke eine Wendeltreppe. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es hier eine Kapelle des hl. Antonius von Padua, die 1662 erneuert worden ist. Neben dem Burgtor aus dem 17. Jahrhundert steht ein großer Rundturm, der um 1902 sein wehrhaftes Aussehen durch einen achteckigen Aufbau und einen Wehrgang erhalten hat. Im Turm befindet sich eine Waffenhalle, darunter das Verlies. Im Obergeschoss des Westtrakts liegt das sogenannte Kaiserzimmer, im Nordtrakt ein großer Saal, davor ein zweigeschossiger Balkonvorbau mit Säulen.

Der Schlosspark wurde im 19. Jahrhundert angelegt. An der Allee zum Schlosseingang steht ein Kellergebäude mit einem romanischen Säulenkapitell, wie auch in einem Kellerraum des Schlosses, vermutlich Spolien des romanischen Vorgängerbaus der heutigen Kirche von Leutschach.

Literatur

Weblinks

46.65972222222215.473611111111Koordinaten: 46° 39′ 35″ N, 15° 28′ 25″ O