Schloss Weyer (Kematen an der Krems)

Schloss Weyer
Schloss Weyer heute

Schloss Weyer heute

Entstehungszeit: erste urk. Erwähnung 1299
Burgentyp: Wasserschloss
Erhaltungszustand: wird aktuell renoviert
Ort: Gemeinde Kematen an der Krems
Geographische Lage 48° 6′ 44,8″ N, 14° 11′ 39″ O48.11243611111114.194161111111300Koordinaten: 48° 6′ 44,8″ N, 14° 11′ 39″ O
Höhe: 300 m ü. A.
Schloss Weyer (Oberösterreich)
Schloss Weyer

Das Schloss Weyer ist ein Wasserschloss in der Gemeinde Kematen an der Krems im Bezirk Linz-Land.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Schloss war ursprünglich ein Klostergut (Zehenthof) von Stift Kremsmünster, das 1299 im Klosterurbar erstmals urkundlich erwähnt wird. 1319 gab das Stift den Hof als Lehen an Heinrich Raidt. 1500 war Hans Raidt Besitzer des damals vermutlich bereits bestehenden Wasserschlosses; auf ihn folgte sein Sohn Otto. Der Enkel Ulrich Raidt verkaufte 1557 Weyer mit dem bei Roitham gelegenen Schloss Au an der Traun an Balthasar Wiellinger. Christoph Wiellinger von Au und Hinterndobl verkaufte Weyer an den Steyrer Bürger Georg Fenzl (†1593). Sein Neffe Hans Fenzl ist durch die Heirat mit Potentia Händl von Ramersdorf auch Besitzer des Schlosses Piberbach geworden. Beide Besitzungen sind zu einem Fideikommiss miteinander vereinigt worden, so dass beide Besitztümer zeitweise ihre Geschichte teilten. Die vereinigte Herrschaft gelangte als Hochzeitsgut an den Grafen Siegmund Ka(t)zianer. Maria Beate Gräfin Kazianer heiratete 1707 Siegmund Hager von Allentsteig und St. Veit, der somit beide Besitztümer übernahm. Nach seinem Tod 1768 wurde Piberbach mit Weyer an Leopold Freiherr von Eiselsberg (Eyselsberg) verkauft. Bereits 1769 kaufte das Stift Kremsmünster wieder die Herrschaft Weyer, die aber 1811 an den Landesfürsten abgetreten werden musste.

Schloss Weyer nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

1812 erwarb der 1844 geadelte Linzer Großkaufmann und Bankier Franz Planck von Planckburg (*1722, †1844) [1] aus den sogenannten Religionsfondgütern das Schloss Weyer. Das von seinem Schwiegervater geerbte Bankhaus „Scheibenpogens Eidam“ ging 1869 in der neugegründeten Oberbank AG (heute: Bank für Oberösterreich und Salzburg) auf. Nach seinem Tod gelangte der Besitz an seinen Sohn Karl (*1802, †1868) und dann an dessen Tochter Henriette (*1847, †1922). Sie übergab das Schloss ihrem Neffen Karl Planck (*1869, †1945). Nach dessen Tod folgten seine Neffen Robert (*1907) und Kurt (*1911) als jeweils hälftige Besitzer. Weyer blieb also lange Zeit im Besitz der Planck von Planckburg. Die heutigen Besitzer sind Alexander und Marion Planck, die das Schloss als Wohnung, Sitz ihrer Forstwirtschaft und als Architektur- und Raumplanungsbüro nutzen.

Schloss Weyer heute

Bis vor kurzem war das Schloss auf einer durch Piloten verstärkten Insel in einem von Bäumen beschatteten Teich gelegen, der von einem Nebenarm der Krems gespeist wird. Der Schlossbau ist dreigeschoßig und mit vier Türmen versehen. Drei davon sind aus dem Mauerwerk vorragende Rundtürme mit spitzen Turmhauben. An der Eingangsseite befindet sich links ein vierter, aus dem Mauerwerk herausspringender, viereckiger Turm mit einem Steildach. Unter dessen Putz sind Sgrafittoquaderungen zu erkennen. Bislang führte eine Holzbrücke zu dem Schloss. Dahinter befindet sich als Eingangshalle ein gewölbter Mittelflur. Rechts davon ist ein Einsäulenraum mit Kreuzrippengewölbe und einer steinernen Mittelsäule. Zwei Räume im ersten Stock besitzen noch die originalen Balkendecken. 1871 erfolgte eine neugotische Umgestaltung der Fassade mit einheitlichem Rieselputz (Rauputz mit grobem, rundem Korn). Das zweite Obergeschoß wurde im 19. Jahrhundert ebenfalls renoviert.

Im Moment (2012) wird das Schloss einer Totalrenovierung unterzogen. Zu diesem Zweck ist auch der Teich großteils abgelassen worden, ein Betonbau ist in den Teich eingebracht worden.

Bilder

Literatur

  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt.. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964.

Einzelnachweise

  1. Biographie Franz Planck von Planckburg

Weblinks

 Commons: Schloss Weyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien