Schweighofer Holzindustrie

Schweighofer Holzindustrie (SPB Beteiligungsverwaltung GmbH)
Schweighofer Logo
Rechtsform GmbH (Österreich)
Gründung 2000
Sitz Wien, Österreich
Leitung Gerald Schweighofer und Frank Aigner (Geschäftsführer)
Mitarbeiter Ca. 2.000 (2011)[1]
Umsatz 350 Mio. EUR in der Holzgruppe (2010)[2]
Branche Holzindustrie, Verwaltung von Beteiligungen
Produkte Schnittholz, Produktionsholz, (Halb-)Fertigprodukte aus Holz, Plattenprodukte aus Holz, Pellets, Briketts
Website www.schweighofer.at

Die Schweighofer Holzindustrie, auch Schweighofer Gruppe ist ein österreichisches Familienunternehmen. Kernbereiche sind die Holzindustrie sowie der Einsatz von Biomasse zur Energiegewinnung.

Seit 2002 ist Schweighofer in Rumänien aktiv. 2003 wurde dort das erste Sägewerk eröffnet. Heute beschäftigt das Unternehmen, das mittlerweile auch in Tschechien und der Ukraine tätig ist, rund 2.000 Mitarbeiter an vier verschiedenen Produktionsstandorten und ist in Europa ein führendes Unternehmen im Bereich der Holzverarbeitung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

17. bis 20. Jahrhundert

Die Holzverarbeitung hat in der Familie Schweighofer, die aus dem Waldviertel stammt, eine lange Tradition. Die erste urkundliche Erwähnung des Stammwerkes Furtmühle in der Nähe der Ortschaft Brand stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familie Schweighofer zu den Besitzern der Furtmühle reichen bis in das Jahr 1707 zurück. Im Jahr 1724 geht die Mühle in den Besitz der Familie Schießwald über. 1888 übernimmt Johann Schweighofer mit seiner Braut und Mühlenerbin Maria Schießwald den Betrieb. [3]

Mitte des 20. Jahrhunderts: Vom Gewerbe- zum Industriebetrieb

Im Jahr 1956 übernehmen Franz und Maria Schweighofer das Sägewerk in Brand mit drei Mitarbeitern und wandeln es vom Gewerbe- in einen Industriebetrieb um. Zu dieser Zeit beträgt der Jahreseinschnitt im Stammwerk in Brand 1.000 Festmeter. 1976 tritt der Sohn und heutige Geschäftsführer Gerald Schweighofer in das Unternehmen ein. Im Jahr darauf nimmt er die weltweit erste Profilzerspanerlinie für Schwachholz in Betrieb. (Auf einer Profilzerspaner-Linie wird der Baum beidseitig beschnitten und dieser Beschnitt gleichzeitig in Hackschnitzel zerspant. Unter Schwachholz versteht man Stämme mit eine Durchmesser von max. 7 – 24,5 cm.) Mit der Eröffnung des Standortes in Ybbs an der Donau entsteht 1984 das zu dieser Zeit größte Sägewerk Europas. 1991 erfolgt mit der Übernahme und dem Ausbau des Sägewerks in Sollenau ein weiterer Expansionsschritt. 1996 übernimmt Holzindustrie Schweighofer in Ždírec das größte und modernste Sägewerk in der Tschechischen Republik.

Nach den Übernahmen der Werke in Bad St. Leonhard (Österreich) und in Plana (Tschechische Republik) erreicht Holzindustrie Schweighofer 1997 mit 6 Sägewerken eine jährliche Einschnittkapazität von mehr als 3 Millionen Festmeter. Im selben Jahr werden auch die Schweighofer Privatstiftung gegründet und in Sollenau wird in Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Meiken das Leimbinderwerk Lamco errichtet.

Im Oktober 1998 kommt es zur Fusion mit Stora und Enso Timber wodurch das weltweit drittgrößte Sägewerksunternehmen entsteht.

2001 bis heute

Schweighofer-Werk in Sebeș (Rumänien)
Schweighofer-Werk in Rădăuți (Rumänien)
Schweighofer-Werk in Comănești (Rumänien)

Die Schweighofer Privatstiftung verkauft 2001 ihre Anteile an den Mehrheitseigentümer Stora Enso Timber und somit auch alle Sägewerke in Österreich und in der Tschechischen Republik.

Im Jahr 2003 nimmt das erste Schweighofer Sägewerk in Sebeș in Rumänien seinen Betrieb auf.

Mit der Inbetriebnahme des zweiten Sägewerks in Rădăuți 2008 und der Übernahme einer Produktionsanlage der IKEA-Tochterfirma Swedwood in Siret 2009 baut Schweighofer seine Position in Rumänien weiter aus. Nach Modernisierung und Erweiterung des Werks werden hier Massivholzplatten erzeugt.

2010 übernimmt Schweighofer die Tischler- und Betonschalungsplatten-Produktion von Finnforest Baco in Comănești.

Im September 2011 erwirbt Schweighofer die M-real Hallein GmbH in Österreich. In einer Presseaussendung kündigt das Unternehmen an, bis 2013 insgesamt 60 Millionen Euro in den Ausbau bestehender Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder zu investieren und den Fokus am Standort auf die Herstellung von hochwertigem Viskosezellstoff und Bioenergie zu legen. [4]

Unternehmen

Am Markt tritt das Unternehmen mit der Marke und unter dem Namen Holzindustrie Schweighofer auf. Die Holding Schweighofer Privatstiftung Beteiligungsverwaltung GmbH (SPB) wurde in dieser Form im Jahr 2000 gegründet und steht zu 100 % im Besitz der Schweighofer Privatstiftung. [5]

Weitere Geschäftsbereiche

Ursprünglich war Schweighofer Gruppe ein klassischer Sägewerksbetrieb. In den vergangenen Jahren wurde die Geschäftstätigkeit erweitert. So betreibt die Schweighofer Gruppe in Rumänien zwei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die ausschließlich mit Biomasse betrieben werden. 2007 wird im Norden Rumäniens ein Vierstern-Hotel mit 99 Doppelzimmern und zwei Konferenzsälen eröffnet.

Die Kernbereiche der Geschäftstätigkeit sind:

  • Erzeugung und Weiterverarbeitung von Holzprodukten (inkl. Pellets und Briketts)
  • Zellstofferzeugung (am Standort Hallein)
  • Handel mit Holzprodukten
  • Forstwirtschaft (hauptsächlich in Tschechien und Rumänien)
  • Landwirtschaft (hauptsächlich Ackerbau in Rumänien)

Schweighofer Prize

Mit dem Schweighofer Prize wird seit 2003 alle zwei Jahre ein Europäischer Innovationspreis für Forstwirtschaft, Holztechnologie und Holzprodukte vergeben. Der Hauptpreis geht an einen Preisträger für sein Lebenswerk - also für besondere Leistungen, die eine nachweisbar positive Auswirkung auf die europäische Forst- und Holzwirtschaft haben. Zusätzlich gibt es Innovationspreise für Ideen, Technologien, Produkte und Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 2011 wurden insgesamt 300.000 Euro an Preisgeldern vergeben.

Weblinks

Literatur

Leutgeb, Rupert: Franz Schweighofer. 80 goldene Jahre. Edition Nordwald, Wien 2008

Einzelnachweise

  1. http://www.schweighofer.at/fileadmin/schweighofer/files/all_de/Pressemitteilungen/2011.09.01_Pressemeldung_MReal_DE.pdf
  2. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/osteuropa/wir-machen-in-der-holzgruppe-heuer-350-millionen-euro-umsatz-452929/index.do
  3. Leutgeb, Rupert: Franz Schweighofer. 80 goldene Jahre. Edition Nordwald, Wien 2008 (ISBN 3-902244-00-3), S. 30ff
  4. http://www.schweighofer.at/fileadmin/schweighofer/files/all_de/Pressemitteilungen/2011.09.01_Pressemeldung_MReal_DE.pdf
  5. http://www.firmenabc.at/spb-beteiligungsverwaltung-gmbh_kRC#Firmenbuchdaten