Walter Sengstschmid

Walter Sengstschmid (* 30. Mai 1947 in Steinakirchen am Forst) ist ein österreichischer Organist, Komponist und Chorleiter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Walter Sengstschmid besuchte von 1953 bis 1957 die Volksschule in Wiener Neustadt und von 1957 bis 1965 das Bundesgymnasium Frauengasse in Baden[1], wo er 1965 seine Matura ablegte. Gleichzeitig erhielt er von 1956 bis 1965 Unterricht an der Städtischen Musikschule Wiener Neustadt, zunächst in den Fächern Klavier und Violine, ab 1958 auch in Orgel. Von 1965 bis 1969 studierte Sengstschmid Mathematik an der Universität Wien sowie an der damaligen Wiener Musikhochschule Musikerziehung und Orgel.

Nach dem Abschluss seiner Studien unterrichtete er nicht nur bis 1979 Musikerziehung am Bundesgymnasium Frauengasse in Wiener Neustadt[1], sondern war auch bis 1974 Chorleiter des Wiener Neustädter Männergesangsvereins. Seit 1970 ist er Chorleiter des Stifts-Chores Neukloster sowie Organist der Neuklosterkirche. Von 1974 bis 1980 bekleidete er das Amt des Domkapellmeisters in Wiener Neustadt und wurde 1979 zum Leiter des Erzbischöflichen Amtes für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien (heute Referat für Kirchenmusik) berufen. 1980 war er maßgeblich an der Gründung des Diözesankonservatoriums für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien beteiligt und stand dieser Einrichtung bis 2010 als Direktor vor.

Von 1983 bis 1990 war Sengstschmid als Schriftleiter der österreichischen Kirchenmusikzeitschrift Singende Kirche tätig. 1987 wurde er zum Präsidenten der von der Österreichischen Bischofskonferenz neu errichteten Österreichischen Kirchenmusikkommission ernannt.

Als Organist ist Sengstschmid seit 1971 im In- und Ausland tätig. Darüber hinaus ist er Mitglied diverser Kammermusikensembles wie etwa des Neuen Wiener Barockensembles, der Wiener Kammersolisten und des Sengstschmid-Trios. Seit 1980 ist er künstlerischer Leiter des von ihm mitbegründeten Ensembles der Wiener Neustädter Instrumentalisten. Des Weiteren zeichnete er für zahlreiche Uraufführungen vorwiegend niederösterreichischer Komponisten wie Karl Etti, Otto Schneider, Norbert Sprongl, Ferdinand Weiss, Johann Sengstschmid und Bernhard Macheiner verantwortlich.[2]

2010 trat Sengstschmid in den Ruhestand und legte damit seine Ämter in der Erzdiözese Wien zurück.

Auszeichnungen

Stil

Sengstschmids Schaffen ist in erster Linie von einem besonderen Augenmerk auf die liturgische Verwendbarkeit seiner Werke hinsichtlich Forderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt, wodurch bewusst auf klangliche Extravaganzen mancher Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts verzichtet wird. Die Grundlage seiner Kompositionen bilden die zwölftönige Klangreihenlehre Othmar Steinbauers und die von dessen Schüler Johann Sengstschmid weiterentwickelte Lehre von den Parallelen Klangreihen.[2]

Werke (Auswahl)

  • Introduktion, Choral und Fuge, op. 5. 1979
  • Johannespassion für drei Männerstimmen, op. 7. 1979
  • Sonate für Klavier, op. 14. 1981

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag über Walter Sengstschmid auf www.mica.at, abgerufen am 16. November 2010
  2. a b c Seite über Walter Sengstschmid im music information center austria, abgerufen am 13. November 2010
  3. Archivmeldung der Wiener Rathauskorrespondenz

Weblinks