Steinakirchen am Forst

Steinakirchen am Forst
Wappen von Steinakirchen am Forst
Steinakirchen am Forst (Österreich)
Steinakirchen am Forst
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Scheibbs
Kfz-Kennzeichen: SB
Fläche: 34,92 km²
Koordinaten: 48° 4′ N, 15° 3′ O48.06666666666715.047222222222324Koordinaten: 48° 4′ 0″ N, 15° 2′ 50″ O
Höhe: 324 m ü. A.
Einwohner: 2.248 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 64,38 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3261
Vorwahl: 07488
Gemeindekennziffer: 3 20 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 13
3261 Steinakirchen am Forst
Website: www.steinakirchen-forst.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Schagerl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
17 ÖVP, 4 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Steinakirchen am Forst im Bezirk Scheibbs
Gaming Göstling an der Ybbs Gresten Gresten-Land Lunz am See Oberndorf an der Melk Puchenstuben Purgstall an der Erlauf Randegg Reinsberg (Niederösterreich) Scheibbs St. Anton an der Jeßnitz St. Georgen an der Leys Steinakirchen am Forst Wang Wieselburg Wieselburg-Land Wolfpassing NiederösterreichLage der Gemeinde Steinakirchen am Forst im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Kirche und Schule von Steinakirchen; vom Fuße des Lonitzberges aus gesehen
Blick auf Kirche und Schule von Steinakirchen; vom Fuße des Lonitzberges aus gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Urkunde Kaiser Ottos II. mit erstmaliger Erwähnung "Steininachiricha“
Steinakirchen um 1899

Steinakirchen am Forst ist eine Marktgemeinde mit 2248 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Steinakirchen am Forst liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 34,96 Quadratkilometer. 25,22 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Marktgemeinde Steinakirchen ist Teil eines Gemeindeverbundes das die Gemeinden Wang, Wolfpassing und eben Steinakirchen umfasst. Dieser ist für den Betrieb des Freizeitzentrums ebenso verantwortlich wie für die Schneeräumung, das Interkomunale Betriebsgebiet und die Herausgabe einer Gemeindeinformation. Steinakirchen ist außerdem Eisenstraßengemeinde.

Katastralgemeinden sind Außerochsenbach, Ernegg, Lonitzberg, Steinakirchen am Forst, Zehetgrub.

Nachbargemeinden

Blindenmarkt Neumarkt an der Ybbs
Wang Randegg Ferschnitz Nachbargemeinden Wolfpassing Wieselburg
Purgstall an der Erlauf Reinsberg Gresten-Land

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Nach der Eroberung des Awarenreiches durch den fränkischen Kaiser Karl den Großen bekam das Kloster Mondsee den Ort, richtete hier ein Missionszentrum für das neue Baierische Ostland ein[1] und besiedelte es mit Leuten aus dessen Umgebung.[2] Erstmals urkundlich erwähnt wurde Steinakirchen („Steininachiricha“) am 14. Oktober 979 in einer Urkunde Kaiser Ottos II. Daraus geht hervor, dass der Ort durch Bischof Wolfgang von Regensburg nach den Ungarneinfällen wiederbesiedelt wurde. Das Original der Urkunde ist im Bayrischen Hauptstaatsarchiv zu finden.

Der Name Steinakirchen stammt von der Steinernen Kirche - damals die einzige, da rundum die Kirchen aus Holz gebaut wurden. Rund um das Jahr 1100 wurden im Mondseer Güterverzeichnis (Codex traditionum) die Pfarrgrenzen von Steinakirchen festgeschrieben.

Im Rahmen der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 erreichten türkische Truppen am 18. Juli 1683 Steinakirchen und brannten Kirche und Ort nieder. Die Übergriffe kamen überraschend, für den Vormittag dieses Tages ist sogar noch eine Trauung in den Matriken eingetragen. Durch die Brände gingen die Privilegien des Marktes verloren, welche 1699 erneuert wurden und nun auch einen Jahrmarkt am Michaelifest anführten.[3].

1713 wütete die Pest im Gebiet der Pfarre Steinakirchen und forderte zahlreiche Todesopfer.

Im Jahr 1866 erschütterte ein Großbrand den Ort, als am 2. Juni aus unbeklärter Ursache ein Hausbrand entstand, der Dach und Turm der Kirche, sowie die Schule und 13 Häuser zerstörte.[4].

Eingemeindungen

Am 1. Jänner 1967 wurde die Gemeinde Ernegg zu Steinakirchen am Forst eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.370 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2.319 Einwohner, 1981 2.119 und im Jahr 1971 2.091 Einwohner.

Religionen

Die Mehrheit der Einwohner ist Römisch-Katholisch (96,5 %), Konfessionslos (1,6 %) und Evangelisch (0,9 %) stellen die zweit- bzw. drittgrößte Gruppierung dar.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
77,56 %
(+9,00 %p)
22,44 %
(+4,19 %p)
keine
(-13,19 %p)
Sonst.
2005

2010


Der Gemeinderat hat 21 Sitze, Bürgermeister der Marktgemeinde ist Johann Schagerl.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 15, die SPÖ 4 und die Liste Leben in Steinakirchen (L.I.STE.) 2 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2010 trat L.I.STE. nicht mehr an, die ÖVP gewann zwei Sitze.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

  • Blasmusikverein Steinakirchen
  • Jugendchor TonARTisten

Sport

  • Beachvolleyball-Platz im Freibad
  • mehrere Tennisplätze
  • Golfplatz
  • Fussballplätze

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Sommer und Wintersonnenwende am Sonnwendkreis Jun./Dez.
  • Frühlingskirtag 2. Sonntag im April
  • Marktfest Ende Juli
  • Michaelikirtag - Ende September/Anfang Oktober

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 70, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 165. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1.103. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,51 Prozent.

Im Jahre 2006 würde in der Nachbargemeinde Wolfpassing ein interkommunales Betriebsgebiet errichtet in dem sich Firmen verkehrsgünstig ansiedeln können wie zum Beispiel ein großes Sägewerk von Randegg hierher übersiedelt ist. Im Jahr 2010 wurde die in nordwestlicher Richtung verlaufende Umfahrung eröffnet. Eine weitere in südwestlicher Richtung verlaufende Umfahrungsstraße ist in Planung um den Ortskern vom Schwerverkehr zu entlasten. Die Autobahnanschlussstelle Amstetten Ost (A1/E60) befindet sich in 10 km Entfernung. Weiters verläuft durch das Gemeindegebiet eine Bahnlinie (Wieselburg-Gresten) die vor der Umspurung eine Zweiglinie der Mariazellerbahn war. Heute dient die Bahnlinie nur dem Güterverkehr, der Personenverkehr wurde mit der Umspurung eingestellt. Der nächstgelegene Bahnhof ist Purgstall an der Erlauf mit Anschluss an die Westbahn in Pöchlarn.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Friedrich Schragl: Steinakirchen am Forst. Geschichte der Pfarre und ihrer Orte. Pfarrgemeinde Steinakirchen, Gemeinde Steinakirchen am Forst, Wang und Wolfpassing 1975.

Weblinks

 Commons: Steinakirchen am Forst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hans Krawarik: Siedlungsgeschichte Österreichs: Siedlungsanfänge, Siedlungstypen, Siedlungsgenese, Verlag Lit, 2006, S. 126f
  2. Pfarrgeschichte auf der Webpräsenz der Pfarre Steinakirchen/Forst
  3. Friedrich Schragl: Steinakirchen am Forst, S. 194
  4. Friedrich Schragl: Steinakirchen am Forst, S. 77
  5. Statistik Austria: Auflösungen bzw. Vereinigungen von Gemeinden ab 1945; abgerufen am 14. Dez. 2012
  6. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010