Wiener Stadtpark

Blick über den Stadtpark vom Gartenbauhochhaus
Die Wien im Stadtpark
Der Stadtpark, Farblithographie um 1862

Der Wiener Stadtpark erstreckt sich vom Parkring im 1. Wiener Gemeindebezirk bis zum Heumarkt im 3. Wiener Gemeindebezirk und ist eine sowohl von Touristen als auch von einheimischen Bürgern gern besuchte Wiener Parkanlage. Seine Fläche beträgt 65.000 m².

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schon im Biedermeier war das Wasserglacis vor dem Karolinenstadttor ein beliebter Unterhaltungsort. Im Zuge der durch den Abriss der Wiener Stadtmauer erfolgten Umgestaltung in die Wiener Ringstraße wurde vom damaligen Wiener Bürgermeister Andreas Zelinka das Projekt eines öffentlichen Parks auf diesem Gelände gefördert. Geplant wurde dieser Park im Stil englischer Landschaftsparks vom Landschaftsmaler Joseph Sellény, die Planungen überarbeitet und durchgeführt hat der Stadtgärtner Rudolph Siebeck. Am 21. August 1862 wurde der Stadtpark als zweite öffentliche Parkanlage Wiens eröffnet (nach dem nicht mehr bestehenden Franz-Josefs-Park am Franz-Josefs-Kai).

Am rechten Wienflussufer entstand 1863 der sogenannte Kinderpark, heute vor allem durch asphaltierte Spielplätze und Sportanlagen gekennzeichnet, der über den Stadtparksteg mit dem am linken Ufer gelegenen Stadtpark verbunden ist.

In den Jahren 1903 bis 1907 wurde im Parkbereich nach der Regulierung eine von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer geplante Wienflussverbauung mit dem Flussportal, Pavillons und Ufertreppen errichtet, die zu den Sehenswürdigkeiten im Park zählt.

In früheren Zeiten mussten die Besucher des Parks für das Verweilen in aufgestellten Sesseln Gebühren bezahlen, die von den so genannten Sesselweibern eingefordert wurden. Dieser von einer privaten Firma betriebene Besucherservice endete im Jahr 1956.[1]

An die Gestalter des Parks erinnern seit 1891 die Sellenygasse im 2. Bezirk Leopoldstadt und seit 1960 die Siebeckstraße im 22. Bezirk Donaustadt.

Sehenswürdigkeiten im Park

Der Kursalon

Hauptartikel: Kursalon Hübner

Am Wasserglacis stand ein Kurpavillon, in dem Heilwasser für Trinkkuren ausgeschenkt wurde. Dementsprechend wurde auch für den Stadtpark in den Jahren 1865 bis 1867 nach Plänen von Johann Garben der Kursalon erbaut. Dieses historistische Prachtgebäude im Stil der italienischen Renaissance liegt an der Johannesgasse und besitzt eine weite Terrasse in den Park. Zur Zeit der Gebrüder Strauß war der Kursalon ein beliebtes Tanz- und Konzertlokal, heute ist er nach einer Renovierungsphase wieder Veranstaltungsort für Bälle, Konzerte, Clubbings und Kongresse und beherbergt ein Café-Restaurant.

Denkmäler

Mit dem vergoldeten Bronzestandbild von Johann Strauß (Sohn) steht im Stadtpark eines der bekanntesten und am meisten fotografierten Denkmäler Wiens. Es stammt von Edmund Hellmer, wurde am 26. Juni 1921 enthüllt und ist umrahmt von einem Marmorrelief (siehe Hauptartikel Johann-Strauß-Denkmal).

Weitere Denkmäler gibt es beispielsweise von Franz Schubert, Franz Lehár, Robert Stolz, Hans Makart, Sebastian Kneipp und Anton Bruckner; der Stadtpark ist der an Denkmälern und Skulpturen reichste Park Wiens.

U-Bahn-Station

U-Bahn-Station Stadtpark von Otto Wagner

Die U-Bahn-Station Stadtpark liegt im Süden des Parks und wird von der Linie U4 bedient. Sie wurde am 30. Juni 1899 als Teil der von Otto Wagner konzipierten Wientallinie eröffnet.

Eine weitere U-Bahn-Station befindet sich im Norden des Stadtparks, die Station Stubentor.

Brücken

Stadtparksteg über den Wienfluss

Im Stadtpark überqueren zwei Brücken den Wienfluss und verbinden den nordwestlichen mit dem südöstlichen Stadtparkteil. Direkt neben der U-Bahn-Station befindet sich der Stadtparksteg, etwas weiter flussabwärts die Kleine Ungarbrücke.

Brunnenanlagen

Im Stadtpark wurden insgesamt sechs Brunnenanlagen errichtet. Drei davon befinden sich in dem im 1. Gemeindebezirk gelegenen Hauptteil (der Befreiung-der-Quelle-Brunnen, der Donauweibchenbrunnen und der Vogeltränkebrunnen). Im sogenannten Kinderpark im 3. Gemeindebezirk befinden sich der Kneipp-Brunnen, der Labetrunkbrunnen und der Basiliskenbrunnen.

Die Meierei

Die ehemalige Milchtrinkhalle wurde als Teil der Wienflussverbauung nach Plänen von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer in den Jahren 1901 bis 1903 erbaut. Nach schweren Beschädigungen während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bau beim Wiederaufbau erweitert. Heute befindet sich in der Meierei nach einem weiteren Zubau ein Restaurant.

Bepflanzung

Blasenbaum (Koelreuteria paniculata)

Die Bepflanzung des Stadtparks zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt aus und ist auf eine möglichst ganzjährige Blüte ausgerichtet. Durch eine Allee zur Ringstraße werden Lärm und Abgase gefiltert. Einige Gehölze stehen unter Naturschutz, wie etwa ein Ginkgo, ein Christusdorn, eine Pyramidenpappel und eine Kaukasische Flügelnuss.

Übersichtsplan

Siehe auch

Literatur

  • Eva Berger: Historische Gärten Österreichs. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Band 3: Wien. Böhlau Verlag. Wien 2004. S. 89–91 und S. 138–140.
  • Eva Berger: Stadtpark und Kinderpark. In: Historische Gärten und Parks in Österreich. Christian Hlavac, Astrid Göttche und Eva Berger (Hg.). S. 295-301. Böhlau Verlag. Wien 2012. ISBN 978-3-205-78795-2.

Weblinks

 Commons: Wiener Stadtpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wien im Rückblick – 3. Juli 1956: In den städtischen Parks: Sesselbenützung ohne Bezahlung

48.20472222222216.380555555556Koordinaten: 48° 12′ 17″ N, 16° 22′ 50″ O