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Weinbaugebiet Südburgenland

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Dieses malerische Rebenland ist in Bezug auf Ursprünglichkeit und Natürlichkeit ein touristisches Kleinod fernab jedes städtischen Treibens, geprägt von Schönheit, kleinen Strukturen und Stille. Es ist das kleinste Weingebiet des Burgenlandes und erstreckt sich zum großen Teil längs der Pinka. Nur rund 500 Hektar Rebfläche finden sich hier und der Weinbau wird von den Bauern meist im Neben- oder Zuerwerb betrieben. Klimatisch gesehen treffen hier das heiße pannonische Klima und das etwas kühlere des oststeirischen Hügellandes aufeinander. Im Norden (rund um Rechnitz) herrschen Urgesteinsböden vor (mit hauptsächlich Welschriesling und Grünem Veltliner), während weiter im Süden schwere Lehmböden – zum Teil mit hohem Eisengehalt (Eisenberg und Deutsch Schützen) – anzutreffen sind, die sich für Rotweine besonders gut eignen. ( Blaufränkisch, Zweigelt, Blauburgunder). Hier finden sich die besten Lagen der Region.
Kommen wir vom steirischen Fürstenfeld herüber, so springt uns in der breiten Niederung des Strembachtales Güssing, mit seiner weithin sichtbaren, auf einem Vulkankegel gelegenen Burg, ins Auge (siehe "Steirisch- burgenländische Schlösserstraße").


Heiligenbrunn#


Einmalig in Österreich: Heiligenbrunn mit seinen strohgedeckten Weinkellern
Einmalig in Österreich: Heiligenbrunn mit seinen strohgedeckten Weinkellern

Auf Höhe des Steirischen Fürstenfelds, fast an der Grenze zu Ungarn liegt Heiligenbrunn. Das besonders malerische Kellerviertel von Heiligenbrunn beherbergt ca. 50 denkmalgeschützte Weinkeller, die noch voll funktionsfähig sind. Diese Weinkeller sind strohgedeckte, mit Lehm beworfene Blockkolzbauten.

Im Pressraum geben die wuchtigen Pressbäume und Eichenholztüren Zeugnis von vergangenen Jahrhunderten. In den Kellern lagert hier neben Welschrisling und Blaufränkischem- der Uhudler. Er wird aus mehreren Hybrid-Sorten gekeltert, die seinerzeit aus den USA eingeführt wurden und als Direktträger mit dickerer Wurzelhaut den Saugrüsseln der Reblaus stand hielten. Auf Grund falscher Gerüchte ob eines erhöhten Methylalkohol-Gehaltes wurden die Sorten ab 1934 verboten. Erst vor etwa zwanzig Jahren wurde der Uhudler rehabilitiert und ihm im Weingesetz Legalität eingeräumt. Als geschmackliche Eigenart weist dieser besondere Wein einen erdigen Ton und eine eigenwillig-süßliche, erdbeerige Geschmacksnote auf.

 



Moschendorf#


Wieder zurück auf der Weinstraße, gelangen wir von Güssing nach Strem und von hier nach Moschendorf. Hier sollte man unbedingt das Weinmuseum Moschendorf in Augenschein nehmen, in dem viele Gebäude aus der Umgebung zusammengetragen und originalgetreu wieder aufgebaut wurden. Sie stammen aus dem 17., 18., und 19. Jahrhundert und sind mit authentischen Möbeln, landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen versehen. Im Jahr 1999 wurde in diesem Museum überdies der Naturpark in der Weinidylle offiziell aus der Taufe gehoben. Er umfasst eine Fläche von etwa 7.270 Hektar in den Bezirken Güssing (Gemeinde Güssing, Strem, Heiligenbrunn, Moschendorf, Eberau) und Oberwart (Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg).

 

Weitere Informationen unter:

www.moschendorf.at
www.naturpark.at



Eberau#


In Eberau findet man sich in einem Breitangerdorf mit kleinstädtischem Charakter wieder, das an der Ostseite vom Wasserschloss Eberau dominiert wird und leider deutliche Verfallspuren aufweist. Das Wasserschloss ist eine der größten Anlagen dieser Art in Österreich und steht seit über 500 Jahren im Eigentum der Familie Erdödy. Bei genauerem Ortsaugenschein entdeckt man auch die bemerkenswerten Reste einer frühen Wehranlage, einer Umwallung, die auch das Wasserschloss mit einbezog. Die Wallfahrtskirche Maria Weinberg in Eberau gilt als das bedeutendste Marienheiligtum de südlichen Burgenlandes. Neben den verschiedenen Marienfeiertagen im Kirchenjahr wird vor allem der 15. August (Maria Himmelfahrt) festlich begangen und zieht Jahr für Jahr tausende Wallfahrer an.

 

Weitere Informationen unter:

www.eberau.at
www.tiscover.at/eberau



Eisenberg#


In Eisenberg ziehen sich die Winzerhäuser bis hinauf auf den 'Grat'
In Eisenberg ziehen sich die Winzerhäuser bis hinauf auf den "Grat"

Über Winten gelangen wir nach Deutsch Schützen, südöstlich des Eisenberger Weingebirges. Schon hier gibt es bekannte Weinriede, die sich bis Eisenberg, unserem nächsten Ziel, erstrecken. Hier befinden sich die besten Weinlagen der Region. Das Dorf gleichen Namens liegt am Fuß des Eisenberges. Vinothek, Weinverkostungen und Buschenschänken inmitten der Weingärten machen diesen Ort zu einem Eldorado für den Weinfreund.

 

Weitere Informationen unter:

www.eisenberg.at



Rechnitz#


Über Schachendorf leitet uns die Weinstraße weiter zur Naturparkgemeinde Rechnitz, dem bedeutenden Markt an den Ausläufern des Geschriebensteins. Durch die Rechnitz getrennt, ist der Ort seit altersher in den westlich gelegenen Deutschmarkt und dem gegenüber befindlichen Ungermarkt getrennt.

Zu Fuß sollte man die Kellergassen erkunden, die sich einen Weinbergrücken hinaufziehen und eine herrliche Aussicht nach Ungarn ermöglichen. Heute hat Rechnitz eine Weinbaufläche von zirka 70 Hektar, davon entfallen zwei Drittel auf den Weißwein. Rechnitzer Weißweine landen bei Weinprämierungen stehts im Spitzenfeld. Von den Rotweinen wird vor allem der Blaufränkische angebaut.

Das an der Ostseite des Ortes gelegene Schloss wurde bei den Kampfhandlungen 1945 voll zerstört und abgetragen. Erhalten geblieben sind lediglich seine weitläufigen Kellerbauten und eine Bastion. Die idyllische Gegend von Rechnitz und Umgebung ist nach der Schaffung des Naturparks Geschriebenstein zu einem beliebten Erholungs- und Freizeitgebiet geworden. Unzählige abwechslungsreiche Wander- und Ausflugsmöglichkeiten, Lehrpfade, wie der Weinlehrpfad, der Jagdlehrpfad, der Steinlehrpfad, der Kräutergarten und das Botanische Zentrum, ein schön gelegener Badesee mit hervorragender Wasserqualität und vieles mehr sind nur einige der zahlreichen Freizeitangebote.

 



Bad Tatzmannsdorf#


Auf der Weiterfahrt über Neumarkt im Tauchental und Stadtschlaining samt seiner mächtigen Burganlage (siehe auch Steirisch- burgenländische Schlösserstraße) machen wir einen Abstecher in den renommierten Kurort Bad Tatzmannsdorf, um dort ein wenig auszuspannen und das Thermalbad (über 1.000 Quadratmeter Thermenfläche) sowie eine gediegene Hotellerie zu genießen.

Über Bernstein gelangen wir dann in das Weinbaugebiet Mittelburgenland.


© "Die schönsten Erlebnisstraßen Österreichs" Hilde und Willi Senft