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Gepard#

von Nina Mittendrein; HS Markt Hartmannsdorf, 3a; Betreuung: Weingerl; 59 Punkte;

Ich habe dieses Thema gewählt, weil dieses Tier mich sehr interessiert, und ich mehr darüber erfahren wollte! Geparden sind heute eine bedrohte Tierart. In Afrika leben nur noch etwa 10.000, in Asien (Iran) kaum noch 100. Schuld an ihrem Rückgang ist die jahrhundertelange Bejagung und die Zerstörung ihres Lebensraumes. Die meisten Geparde gibt es heute in Naturschutzgebieten wie dem Serengeti-Nationalpark.


Bild von Gepard
Afrikanischer Gepard
Foto: Falense, Wikimedia Commons link

Kurzer Steckbrief:

Mit seinem 60 bis 80 cm langen Schwanz misst der Gepard 2,10 m. 70 bis 80 cm beträgt die Schulterhöhe und sein Gewicht etwa 35 bis 60 kg. Die Männchen werden viel größer und schwerer als die Weibchen. Bei erwachsenen Geparden ist das kurze Fell gelbbeige und mit runden, schwarzen Flecken durchsetzt. Die beiden schwarzen Linien im Gesicht,die von den inneren Augenwinkeln zu den Mundwinkeln führen, sind Kennzeichen eines Geparden. Er ist das schnellste Säugetier der Erde, denn er erreicht innerhalb von drei bis fünf Sätzen eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 112 km/h, die er jedoch nicht länger als 600m durchhalten kann. Eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 62 km/h erreicht der Windhund und ein Rennpferd eines von 76 km/h. Der Gepard bevorzugt die offene Savanne, um ungehindert sprinten zu können.

Bestand:

Weltweit liegt der Gesamtbestand bei ca. 12 000 bis 15 000 Tieren. Damit ist der Gepard die am stärksten gefährdete Raubkatze. Der Hauptgrund ist, dass Mensch und Vieh immer weiter vordringen und den Lebensraum zerstören. 1973 wurde von den meisten Mitgliedstaaten der UN das Artenschutzabkommen (CITES) unterzeichnet, das sowohl die Jagd als auch der Handel mit wild lebenden Tieren, darunter auch die Geparde, verbietet. Der Gepard wird letztendlich nur in weitflächigen Naturschutzgebieten überleben können.

Beute:

Thomson-Gazellen, Impalas, Gnukälber und manchmal auch Zebrafohlen fallen den Geparden oft zum Opfer. Auf seinem Speiseplan stehen auch Hasen, Warzenschweinjunge, Vögel und Ratten. Während des Fressens halten sie auch immer wieder Ausschau nach Beuteräubern, darum fressen sie sehr schnell. Zuerst werden das blutreiche Muskelfleisch und die Innereien verzehrt, daraus gewinnt er den Blutzucker, den er für seine Sprints braucht.

Feinde:

Löwen, Leoparden, Hyänen, wilde Hunde und natürlich der Mensch zählen zu seinen Feinden. Geparde ziehen sich in gefährlichen Situationen zurück, da sie in der Regel körperlich unterlegen sind.

Jagd:

Der Gepard ist hochbeinig, schlank und sehnig, mit schmalem Kopf, großem Lungenvolumen und äußerst elastischem Rückgrat. Einzigartig unter den Katzen sind die für den Sprinter idealen hundeähnlichen Pfoten: Die stumpfen Krallen, die nicht einziehbar sind, funktionieren wie Spikes. Zum Niederstrecken der Beute dient eine messerscharfe, säbelartige, gebogene Daumenkralle an der Innenseite der Vorderläufe. Unter allen Großkatzen ist der Gepard der erfolgreichste Jäger, allerdings führt nur jeder fünfte Beutezug zur sättigenden Mahlzeit. Löwen, Leoparden, Hyänen, wilde Hunde, Schakale und auch Geier vertreiben häufig den Hochleistungssprinter von seiner Beute. Grundsätzlich jagen Geparde tagsüber, meistens frühmorgens oder gegen Abend, in ganz seltenen Fällen auch in mondhellen Nächten.

Zeitlupenvideo von einem laufenden Geparden in diesem Artikel!

Jagdvideo das auch zeigt wie sich die Wirbelsäule des Geparden bewegt.

Kommunikation:

Zwischen Muttertier und Jungen ist die Kommunikation sehr wichtig. Neben der Körpersprache bedienen sie sich Ruf-und Locklauten. Geparde können aber auch fauchen, knurren und schnurren, allerdings nicht brüllen wie z.B der Löwe.

Lebenserwartungen:

Mehr als die Hälfte der Geparde überlebt die ersten Wochen nicht. Anderen Raubtieren wie Löwen, Hyänen oder Leoparden, aber auch Greifvögeln und kleinen Räubern fallen sie zum Opfer. Die Jungen sind absolut hilflos, wenn die Mutter verletzt oder getötet wird. Solange sie von ihrer Mutter nicht gelernt haben, richtig zu jagen, werden sie verhungern. Geparde können in der Freiheit etwa 15 Jahre alt werden.

Lebensraum:

Afrika ist ein bevorzugtes Gepardenland mit offenen Flächen, Steppen und Kurzgras-Savannen. Wo es viele Gazellen und Antilopen gibt, sind auch Geparde zu finden. Feinde und Beutetiere können die Raubkatzen sehr gut sehen und sie aus großer Distanz ausmachen. Ihr gemustertes, gelbbeiges Fell bietet im trockenen Savannengras die perfekte Tarnung.

Nachwuchs:

Drei bis fünf Gepardenjunge werden nach einer Tragzeit von etwa 90-95 Tagen geboren. Nach etwa zehn Tagen öffnen sie ihre Augen, nach der dritten Woche können sie laufen, und nach der sechsten Woche folgen sie ihrer Mutter. Die Jungen beginnen von diesem Zeitpunkt an, schon Fleisch zu fressen, werden aber trotzdem gesäugt. Ab dem vierten Monat sind sie von der Muttermilch entwöhnt. Gepardenjunge können mit einem Jahr selbst kleine Beutetiere jagen. Zwischen 14 und 18 Monaten sind sie körperlich ausgewachsen und müssen die Mutter verlassen, die dann bald wieder paarungsbereit ist. Die graue Nacken- und Rückenmähne ist eine ausgezeichnete Tarnung im trockenen Savannengras. Sie verschwindet nach dem dritten Lebensmonat nach und nach.


Gepard mit Jungen
A little cheetah lying on his mom.
Foto: Lukas Kaffer, Wikimedia Commons link

Paarung:

Im Alter von drei Jahren werden Geparde geschlechtsreif. Paarungswillige Gepardenweibchen markieren Bäume, Büsche oder Felsen mit ihrem Harn. Auf Männchen hat das eine starke Wirkung. Bevor sich ihre Wege wieder trennen, paaren sich die Weibchen in dieser Zeit mit mehreren Männchen.

Schlafen:

Geparden sind „Schlafkatzen“, da sie den Großteil ihres Lebens verschlafen und verdösen. Im Gegensatz zu anderen Raubkatzen ruhen sie sich auch nachts aus. Um die Umgebung zu kontrollieren, unterbrechen Geparde tagsüber ihre Siesta.

Schutz der Jungen:

Im dichten Gebüsch, hohen Gras oder Gestrüpp bringen die Gepardenmütter ihre Kinder zur Welt, indem sie mit ihrem Körper eine Art Kuhle (Grube) schaffen. Die ersten sechs bis acht Wochen bleiben sie dort, um nicht Beute von wilden Löwen oder Leoparden zu werden. Um verräterischen Geruch zu vermeiden wechselt die Gepardenmutter in dieser Zeit ständig das Versteck der Jungen, um Feinde abzulenken. Eines nach dem anderen packt sie am Nacken und trägt es in den neuen Schlupfwinkel. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen werden Gepardenjunge oft getötet.

Sozialverhalten:

Geparden stehen zwischen Löwe und Leopard in ihrem Sozialverhalten. Leoparden sind Einzel- gänger, und Löwen leben im Rudel. Bei Geparden leben meist nur Brüder für eine Weile in einer Art Männerbund zusammen. Dies ist natürlich ein Vorteil, denn sie können gemeinsam auf die Jagd gehen und somit auch größeren Opfern nachstellen, bis sie sich danach trennen und ihre eigenen Territorien erschließen. Durch Urinmarkierungen legen sie die Grenzen für diese Reviere fest. Vor allem Gepardenmütter zeigen soziale Verhaltensweisen, indem sie sich als alleinerziehende Mütter um ihre Jungen kümmern. Alleine leben die Gepardenmütter nur, wenn sie keine Jungen führen.

Mensch und Gepard:

Der Gepard ist leicht zu zähmen und greift den Menschen nur in äußerster Bedrängnis an. Der Mensch hat Geparde seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. dressiert, um sie in der Jagd einzusetzen so z.B im alten Ägypten und in Mesopotamien. Im 13. Jahrhundert soll der Mongolenherrscher Kublai Khan über 1000 Geparde für die Jagd gehabt haben. Im nördlichen Afrika und in Asien wurde der Gepard vor allem zur Jagd auf Gazellen und Antilopen abgerichtet. Im Mittelalter wurden Geparde sogar gefangen und an Königshöfe verkauft. Wegen ihres Felles wurden sie zu allen Zeiten gejagt. Heute leben Geparde auf vielen Farmen Südafrikas wie Hauskatzen.

Geparden gewöhnen sich schnell an den Menschen, wenn sie sich nicht bedroht fühlen. Ein Beispiel dafür ist der Tierfilmer und Fotograf Matto Barfuss. In seinem letzten Buch beschreibt er Geparden in der Kalahari, er begleitete eine Gepardenfamilie und fotografierte dabei auf Tuchfüllung. Die Bilder in diesem Buch zeigen die Geparden sehr zutraulich – fast so wie eine Hauskatze. Eine Botschaft gibt der Autor den Lesern mit: Geparden sind keine Hauskätzchen – sie sind Wildtiere, das darf man nicht vergessen. Man muss Respekt vor diesen Tieren haben. Kein Wildtier der Welt lässt sich als Schmusetier zähmen – deshalb kann immer etwas passieren. Deshalb glaube ich, dass man vor der Natur immer Respekt haben muss. Man muss sie achten und erhalten, das möchte ich versuchen.

Recherche zum Thema Gepard#

  • Quelle 1: Geurtzen G.: Rennmaschine auf 4 Beinen. In: Tierfreund Tierfreund 9/2009, Sailer Verlag

  • Quelle 2: Der Gepard: Mit Tempo 110 durch die Savanne. P.M. Perspektive. Das Magazin Für Kompaktes Wissen. In: Gerettete Paradiese: Die Natur kehrt zurück. 2/2005.

  • Quelle 3: Staebler, Gabriela: Wilde Kinder-Geparde. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2008.



  • Quelle 6: P. Leyhausen: Katzen. in Grzimek´s Enzyklopädie. Bd 3. Nagetiere, Raubtiere. Brockhaus - Die Bibliothek. Brockhaus Verlag, Leipzig - Mannheim 1997. ISBN 3-7653-6111-9


Spannender und gut zu lesender Beitrag. Herzlichen Glückwunsch!

-- Unbekannt, Montag, 24. Juni 2013, 11:09