Birke#

Foto: Alfred Wolf
Foto: Alfred Wolf

Die Birke (Betula) zählt zu den ältesten Laubbäumen des nördlichen Europa. Der schnell wachsende, anspruchslose Baum kann 30 m hoch und mehr als 150 Jahre alt werden. Im ländlichen Handwerk erwiesen sich seine Zweige brauchbar für die Herstellung von Ruten, Besen und Spänen. Wagner, Drechsler und Tischler schätzten das leichte, haltbare Holz. Aus der Rinde ließen sich Gefäße herstellen. Birkensaft wird in der Medizin und Kosmetikindustrie verwendet. 

Zu kirchlichen Feiertagen wurden die jungen Zweige als "Maien" geschnitten. Man schmückte den Prozessionsweg zu Fronleichnam damit und nahm sie dann als Sakramentalie nach Hause. Sie sollten vor Blitzschlag schützen. Martin Luther (1483-1546) spottete über den Brauch der Bauern, mit den bei der Markusprozession (5. April) mitgetragenen Birkenreisern über die Erbsen- und Bohnenfelder zu fegen, um diese vor Vogelfraß zu schützen. Birkenbesen sollten Hexen abwehren. Da die Birke als ein Baum des Lebens galt, wurde sie auch im Liebeszauber verwendet.


Quellen: 
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 1/Sp. 1334 f.
Wikipedia: Birke (Stand: 5.5.09)