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Blumensprache#

Foto: Doris Wolf, 2013
Foto: Doris Wolf, 2013

Bestimmte Pflanzen galten als Symbole und "Kommunikationsmittel". 1750 erschien in Quedlinburg "Ein Buch der Liebe und Freundschaft", in dem C.F. Bürger 563 Bedeutungen in poetischer und 311 in prosaischer Formulierung sammelte.

Das klassische Symbol ist die rote Rose (Ich liebe dich über alles). Bei der Brautwerbung war es weithin üblich, im Fall der Ablehnung eine Blume zu überreichen, z.B. Nigella (Schwarzkümmel, "Jungfer im Grünen"), Kornblumen oder Klatschmohn. Im 21. Jahrhundert hat "Fleurop" das Thema positiv aufgegriffen und kreiert Sträuße aus Blumen verschiedener Art und Farbe, mit denen sich Gefühle wie Respekt, Liebe, Lebensfreude, Zuneigung oder Dankbarkeit ausdrücken lassen. Einige Beispiele: Dahlie (Ich bin schon vergeben), Enzian (Deine Schönheit ist überwältigend), Salbei (Ich denke an dich). Überhaupt ist "Lasst Blumen sprechen!" ein bekannter Floristenslogan. 

Die Redensart "durch die Blume sagen" meint: andeutend, verhüllend. Das Gegenteil ist "unverblümt". "Redeblumen" oder "Wortblumen" bezeichneten schon im Altertum die Floskeln (lat. flosculus - Blümchen).


Quellen:
C.F. Bürger: Die Blumensprache. Hg. von Michael Kurzer. Würzburg 1995.
Feelings 6/08 (Hg. Fleurop). Berlin 2008.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg 1992. Bd. 1/S. 222