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Königskerze#

Foto: Alfred Wolf
Foto: Alfred Wolf

Königskerzen (Verbascum) sind eine Pflanzengattung mit weltweit etwa 360 Arten. Sie gelten als Symbol für ein langes Leben. Als Heilpflanze war Verbascum bereits Hippokrates (460-370 v. Chr.) bekannt. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl sie gegen "ein traurig Herz". Gegenwärtig werden "Flor. verbasci" als schleimlösendes Mittel – als Einzeldroge oder in Kräuterteemischungen – bei Erkältungen verwendet. 

Die Stängel dienten, in Harz oder Pech getaucht, als lang brennende Fackel, der Flaum als Zunder, die Blätter als Lampendocht. Die gelbe Farbe legte Analogien zum Blitz nahe, daher sollte man Königskerzen nicht ungeweiht ins Haus nehmen.

Geweiht bildeten sie oft den Mittelpunkt der Kräutersträuße zu Mariae Himmelfahrt (15.8.). Verbascum  war als eines der Johanneskräuter über der Stalltür befestigt, ein Schutzmittel gegen Viehkrankheiten und wurde als Amulett am Leib getragen. Schon im 4. Jahrhundert war die Königskerze als antidämonisches Mittel bekannt. Sie diente als Wetterorakel (z.B. viele Blüten - viel Schnee). Die auf einem Grab blühende Königskerze wurde als Leiden des Verstorbenen im Fegefeuer und Aufruf zu seiner Hilfe gedeutet.


Quellen#

Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 465
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1933/1987. Bd. 5 / Sp. 182 f.
Wikipedia: Königskerzen (Stand 1.8.2008)

Weiterführendes#