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Pessach#

Pessach ist das erste jüdische Fest im Frühjahr, um die Zeit des christlichen Osterfestes. Tora-treue Juden feiern Pessach zur Erinnerung an den wunderbaren Auszug aus Ägypten acht Tage lang. Die Sederfeier in der Familie ist zugleich Festmahl und Gottesdienst. Zur Vorbereitung werden Haus und Geschirr gründlich gesäubert und alle gesäuerten Speisen entfernt. Am Fest der ungesäuerten Brote isst man nur Mazzot, runde oder eckige Fladenbrote aus Mehl und Wasser. Man deutet sie als "Brot des Elends" oder "Brot der Befreiung". Weitere symbolhafte Speisen, die rituell verzehrt werden, sind gekochte Eier, Erdfrüchte, Bitterkräuter, Kren, Apfelmus mit Wein, Mandeln und Nüsse. 

Die Haggada (hebr. erzählen, berichten) schildert den Auszug aus Ägypten (Exodus). Jeder hat das reich illustrierte, teilweise in aramäisch verfasste Büchlein zum Mitlesen und einen Weinbecher vor sich, aus dem er an diesem Abend viermal trinkt. Der Vater, der den Vorsitz führt, verteilt die Speisen und erinnert an den Grund der Feier. Das jüngste Kind fragt auf hebräisch: "Warum unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten ?" Die Antwort wird aus der Haggada vorgelesen. Man singt Gebete, leert den zweiten Becher, genießt die Mahlzeit und bleibt bis spät in die Nacht beisammen.


Quelle: Wolfgang Walter: Meinen Bund habe ich mir dir geschlossen. München 1989. S. 39f.