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Lecher, Ernst#

* 1. 6. 1856, Wien

† 19. 7. 1926, Wien


Physiker


Ernst Lecher
Ernst Lecher. Foto.
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Er wurde als Sohn des Journalisten Zacharias Konrad Lecher, Redakteur der Tageszeitung „Die Presse", am 1. Juni 1856 in Wien geboren und studierte nach Abschluss des Akademischen Gymnasiums Physik.

Noch als Student widmete er sich von 1877 bis 1880 seinen ersten experimentellen Arbeiten über verschiedene Gebiete der Wärmelehre und legte 1882 eine umfangreiche Untersuchung "Über Ausstrahlung und Absorption" vor.

1884 habilitierte sich Lecher als Privatdozent der Universität Wien und war als Assistent von Viktor von Lang, dem Leiter des Physikalischen Instituts, tätig. 1887 befasste sich Lecher mit dem Problem der Edlund'schen Disjunktionsströme und mit der Frage, ob eine elektrisierte Flüssigkeitsfläche beim Verdampfen Elektrizität mitführt oder nicht.

Lecher wandte sich immer mehr dem Gebiet der elektrischen Schwingungen zu, und 1889 gelang es ihm zum ersten Mal, die von Heinrich Hertz entdeckten Radiowellen exakt zu messen. Die Versuchsanordnung der 'Lecher'schen' Drähte, 1890 in seiner Arbeit "Eine Studie über elektrische Resonanzerscheinungen" erschienen, sollte seinen Namen unsterblich machen. Ernst Lecher gilt heute als Vater der Radiomesstechnik, hinterließ aber zahlreiche andere Arbeiten, die bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Wissenschaft nahmen.

Ernst Lecher lehrte ab 1893 als außerordentlicher Professor an der Universität Innsbruck, von wo er 1895 nach Prag berufen wurde. Schon damals hatte er einen weit über die Grenzen Österreichs hinaus gehenden Ruf, nicht nur als experimenteller Forscher, sondern auch als glänzender Pädagoge, dessen Vorlesungen stets überfüllt waren. 1909 wurde Ernst Lecher als Nachfolger seines früheren Lehrers, Viktor von Lang, an das l. Physikalische Institut der Universität Wien berufen und realisierte die Errichtung des Physikalischen Instituts in der Boltzmanngasse, wo 1912 die erste Vorlesung stattfand.

Lecher gehörte dem Elektrotechnischen Verein in Wien seit dessen Gründung 1883 an und war 1911 und 1912 Mitglied des Vereinsausschusses, darüber hinaus war er Vertreter der Universität im Österreichischen Komitee der Internationalen Elektrotechnischen Kommission.

Ernst Lecher verstarb 1926.

Werke (Auswahl)#

  • Studie über elektrische Resonanzerscheinungen, 1890
  • Lehrbuch der Physik für Mediziner und Biologen, 1912

Literatur#

  • Österreichisches Biographisches Lexikon
  • Neue Deutsche Biographie


Qellen:


Redaktion: I. Schinnerl