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Rotes Kreuz, Österreichisches#

Vorläufer war der 1859 gegründete "Patriotische Hilfsverein", der zuerst nur in den Kriegsjahren 1859, 1864 und 1866 bestand, aber 1867 eine ständige Organisation wurde, die entsprechend der 1. Genfer Konvention (der Österreich 1866 beigetreten war) zum Schutz der Verwundeten und Kranken im Feld das Recht erhielt, das Zeichen des Roten Kreuzes zu führen. Iniitiert wurde dieser Verein von Henry Dunant der bei der Schlacht von Solferino auf das Elend der verwundeten und sterbenden Soldaten, die einfach zurückgelassen wurden, aufmerksam geworden war. Nach einer ersten Hilfaktion vor Ort, schrieb er das eigenfinanziertes Buch "Eine Erinnerung an Solferino" (Un Souvenir de Solferino, Genf 1862) und verteilte es in ganz Europa. Ihm schlossen sich der Bankier Gustave Moynier, General Guillaume-Henri Dufour sowie die Ärzte Louis Appia und Théodore Maunoir an und gründeten das "Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für Verwundetenpflege" auf dem das künftige Komitee des Roten Kreuzes beruht.

Nach ausländischen Vorbildern wurden 1880 alle derartigen Hilfsvereine in eine "Österreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz" zusammengefasst. Diese leistete bei Katastrophenfällen im In- und Ausland Hilfe.

Während des 1. Weltkriegs betreute das Rote Kreuz verwundete und kranke Soldaten und setzte sich vor allem auch für die Kriegsgefangenen ein. Zwischen den beiden Weltkriegen betätigte sich das Rote Kreuz besonders auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge und der Heranbildung von Krankenpflegerinnen. Nach dem Anschluss 1938 wurde es in das Deutsche Rote Kreuz übergeführt; dieses übernahm die früher vorwiegend von den Feuerwehren betriebenen Rettungskolonnen, die seither beim Roten Kreuz bestehen.

Nach 1945 wurden in allen Bundesländern Landesverbände vom Roten Kreuz wiedergegründet und 1946 in der wiedererstandenen Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz zusammengefasst. Diese hat (2003) 9 Landesverbände mit 142 Bezirks- und 956 Ortsstellen, verfügt rund 2000 Rettungsfahrzeuge, die mehr als 2 Millionen Menschen Hilfe gebracht haben. 48.000 Freiwillige, 4119 Angestellte und über 2000 Zivildienstleistende standen 2009 dem Roten Kreuz als Mitarbeiter zur Verfügung. Ihre Ausbildung erfolgt in den Landesverbänden und der Zentralschule in Wien.

Notlazarette, Katastrophenausrüstungen und zahlreiches sonstiges Hilfsmaterial stehen jederzeit für Katastrophenfälle im In- und Ausland bei den Landesverbänden bereit. Neben dem Krankentransport- und Rettungsdienst widmet sich das Rote Kreuz besonders dem freiwilligen Blutspendewesen, dem Suchdienst nach Vermissten, den Gesundheits- und Sozialdiensten (Hauskrankenpflege, Essen auf Rädern usw.), der internationalen Katastrophenhilfe, der Entwicklungszusammenarbeit und der Verbreitung des humanitären Völkerrechts. In den Bezirksstellen bestehen Jugendgruppen des Roten Kreuzes. In den Schulen bemüht sich das Jugendrotkreuz um karitative und soziale Tätigkeit. Das Österreichische Rote Kreuz gehört der Internationalen Föderation der Rot-Kreuz- und Rot-Halbmond-Gesellschaften an.,


--> 125 Jahre Rotes Kreuz (Briefmarken)

Weiterführendes#

Publikationen#

  • Das Rote Kreuz, Vierteljahreszeitschrift

Literatur#

  • H. Hang, Menschlichkeit für alle. Die Weltbewegung des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, 1993,
  • H. Dunant, Un Souvenir de Solferino (Eine Erinnerung an Solferino), Genf 1862