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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 118 -
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3 Briefe DenkDir, nächsteWoche fahrenwiralsonachSt.Pöltenzurück.Wie lange wir unterwegs sein werden, kann man noch nicht wissen. Paar Tagevermutlich. Ich freuemich schonseit gestern so sehrdarauf, dass ich Dich wiedersehen werde! Man sagt auch, dass wir Urlaub bekämen. Aberdas istnicht so sicher.DochauchohneUrlaubkann ichbestimmt für ein paar Stunden nach Wien, den einen oder andern Tag. Es ist schade,dass manmit demWagennicht mehr fahrenkann. Dannginge es raschundeinfach. DieseSache inBerlingeht–hoffe ich– inOrdnung,undmeinHase braucht sich den Kopf darüber nicht zu zerbrechen. Zerbrich Dir den Kopfauchdarübernicht,dassdieseVerschiebunguns,mitderZeit, auch weiternachdemWestenführenkönnte.Dennsosicheres imGroßenund Ganzen ist, wie die Zukunft sich gestalten wird, so wissen wir doch die DetailsundVariantendavon,|dieMittelundWegedesSchicksals,nicht, und in einem Trommelfeuer kann man sicherer sein als in Abrahams Schooß[sic!],währendeinenaufeinemSpaziergangdasSchrottkorn [sic!]einesSonntagsjägers treffenkann.DaswirklicheSchicksalnämlich kennteinenWahrscheinlichkeitskoëffizientennicht.Gott lachtüberdie menschlicheWahrscheinlichkeitsmathematik.MankannüberGottsagen, was man will, – aber letzten Endes ist er ein feiner Kerl: vor allem, weil er so gar kein Effekthascher ist, weil er Prestigeverluste in einem Maaße [sic!]aufsichnimmt,dassmanfassungslos ist,undweilermitmanchmal geradezubeschämendeinfachenMittelnauskommt. Nun, m.H., heute nur dieses Blatt zur raschen Benachrichtigung. Ich freue mich schon so sehr darauf, Dir viel erzählen zu können, das heißt: nicht eigentlich das zu tun, was man erzählen nennt, sondern Dir einiges Wesentliche zu berichten. – Ich weiß, wie gesagt, durchaus noch nicht genauer, wann wir zurück sein werden, tippe aber etwa auf die Monatswende. Heute habe ich, bis zu dieser Abendstunde, meinen Geburtstag in vollkommenerkörperlicher undgeistiger Rüstigkeit verbracht, nachmit- tags auch ein wenig geschlafen und nun ziehe ich mich zum Souper an. M.H., ichbin so froh,dass ichDirdiesenBrief schreibenkonnte.Nun darfstDuabernicht etwaweinen. Neni. 118
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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