Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 159 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 159 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Bild der Seite - 159 -

Bild der Seite - 159 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Text der Seite - 159 -

3.4 Briefe1941 verheimlichen, auchwenndieDingenochsounsicher seien.So schreibe ichDir’s denn. Vorläufig ist es so, daß ich Ende der Woche nach Berlin fahren soll und dort für das Heer Films machen. Eine erhebliche Aufregung hat sich meiner Filmgesellschaften bemächtigt und sie haben ungemeine Summen vertelephoniert, um mich wieder herauszukriegen. Aber die Oberste Heeresstelle legt einen Wert auf mich, der mich zwar ehrt, den ich aber dennoch nicht ganz begreife. Zum mindesten begreife ich’s nicht in bezug auf meine Fähigkeiten im Film. Ich kann da doch fast garnichts. Es ist mir auch nicht ganz verständlich, woher die Oberste Heeresstelleüberhaupteine sobedeutendeMeinungvonmirhat. Nun, wie immer dem sein möge, vorläufig, wie gesagt, ist es so, daß ich Ende der Woche nach | Berlin soll. Ich würde wahrscheinlich wieder indemgleichenHotelwohnenwievordrei Jahren, ehewirnach Amerika gefahren sind. Und auch sonst gäbe es Unzählige, die mich um die ganze Geschichte beneiden würden. Nur: ich glaube, täte ich etwas andres, so wäre es für unser Vaterland nützlicher. Und ich mag jeneStadtnicht.Aberesheißt, dassüberhaupt fast alleFreistellungen rückgängig gemacht werden sollen. Und das Wichtigste ist wohl, daß alledergleichenDingegeschehen,weilDeutschland inGefahr ist. Mir ist ganzbesonders leid,daßaus jenerGeschichtemitdenPferd- chen nichts geworden ist, denn die Pferdchen hätten mich gefreut, und es wäre auch in einer andern Gegend gewesen. Am meisten aber ist mirdarumleid,daß ichnunnichtweiß,obDuEndedesMonatsnoch wirst kommen können. Die beiden Films für die Ufa und die Terra (ganz abgesehen von den Entwürfen, die ich | für die Ufa weiterhin schreiben soll) sind noch nicht fertig, und die Gesellschaften werden alles tun, um mich noch auf eine Zeit sicherzustellen. Aber man weiß nicht, ob es ihnen gelingen wird. Erklärt habe ich ihnen freilich schon, daß ich, wenn ichbeiderHeeresfilmstellebin, fürprivateArbeitennichtmehr zu haben bin (selbst wenn ich dazu auch Zeit hätte). Und es ist auch möglich,dass, baldoder später,weitreichendeBeurlaubungenvonder Heeresfilmstelle erfolgen, etwa wenn ich, in Ruhe, bestimmte Dinge zu arbeiten hätte. Doch dies liegt noch im Weiten. Wichtig wäre, zu wissen, was jetzt geschieht.Aberdasweißmannochnicht. Doch habe ich’s nicht aufgegeben, daran zu glauben, dass wir uns doch noch bald sehen könnten und dass es bei unserem Arrangement fürSeptemberbliebe ... Bitte schreibmir, jedenfalls, nochhierher. DasSchönsteundLiebste! 159
zurück zum  Buch Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945"
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
FWF-E-Book-Library
Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny