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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 177 -
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3.4 Briefe1941 ImverschneitenHain, beidenFichten. N. 107)AnMariaCharlotteSweceny,St.Wolfgang,26.12.1941 M.l.H., amheiligenAbendwar ichbei Jannings.Eshatteeinweniggeschneit, danachaberfiel starkerWindein.Hinübergingesnochganzgut.Drü- ben war es sehr merkwürdig, daß der Vogel in der Nacht zu singen begann, was er sonst nie tut. Inzwischen wurde der Wind immer stärker, undesfingauchzuregnenan.Sowaresalsonichtganzeinfach,wieder zurückzukommen. Ichunternahmesaberdoch,gegenhalbzwölfUhr.Zu- erst fuhr ichvondrübenquerherüberbiszumGrandHotel,dannschlich ich mich unter Land bis zum Leuchtturm. Um diesen herumzukommen, war ein großes Kunststück, weil es grimmig um ihn herumblies, und der Wasserstaub und der Regen flogen nur so daher. Ich setzte dreimal dazu an,dasKapzurunden,abererstbeimdrittenMalkamichherum. Ich war rechtnaß.–GesternnunregneteesnochvielmehrundderWind wurdezueinemfortwährendenSturm,derauchnochheuteanhält, aber er ist inzwischen schwächer geworden. Gestern früh war der Schnee ganzweg,undheute liegt schonwieder ziemlichviel Schnee.Gestern abends war ich bei Jula, die | im März ein Kind bekommt. – Waldi ist dickund fettundsehrgutaufgelegt. –Esmachtmir jetztnichtganzden Eindruck, als sollemeineBerlinerAngelegenheitnochvordemNeuen Jahrerledigtwerdenkönnen.Nun, indiesemFalle fahre ichnachBerlin, und wenn sie günstig erledigt wird, komme ich nach Wien zurück. Es ist aber, wie gesagt, möglich, daß ich noch keinen verlängerten Urlaubs- scheinbesitze,undbisderkommt,kannesnocheinpaarTagedauern, – es sei denn sie kommen auf die Idee, mir ein Telegramm zu schicken, welches die Verlängerung des Urlaubsscheins bestätigt, dann müßte ich allerdings gleich fahren, wenn ich das Telegramm habe. Es wäre freilich auchdenkbar,daßdieErledigungdesUrlaubsdochnochbis zumNeuen Jahr stattfindenkönnte, ~das kommtmir aberunwahrscheinlich vor, weil zu viele Feiertage dazwischenliegen, an denen die Leute nichts tun. Imganzenaberbetrachte ichdieDingeandersalsnochvoreinigen Tagen. Denn inzwischen hat ja der Führer den Oberbefehl übernommen, wasauchaufdieFamilie Janningseinen tiefenEindruckgemachthat, undwiralle sindunsdesSieges sicher. 177
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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