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46)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],o.D.
[1.7.1940?]
Brief (5S.), blaueTinte
ZUR DATIERUNG: ALHreagiertmitdiesemBrief aufLS’wohlam28.
Juni1940verfassten–nichterhaltenen–Brief, zudemeinKonzeptvom
gleichenTagexistiert.Darin schreibt LS: „Theoretischkönnte ichEnde
nächster Woche, sagen wir 4. oder 5. Juli fahren oder erst wieder um
d. 15., weil ich dazwischen nicht baden könnte u. überhaupt, wenn mir
nicht gut ist, bin ich mir u. d. anderen eher unangenehm“ – offenbar
wollte LS während ihrer Periode nicht zum Baden nach St.Wolfgang
kommen. ALHs „etwa Mitte der Woche“ legt die mit dem 1. beginnende
Juli-Woche1940nahe, evtl. auchden30. Juni.
wegen des Films ] Um welches Filmprojekt es sich hierbei handelt,
konntenicht ermitteltwerden–möglicherweisenoch immerumMona
Lisa fĂĽrCarl Froelich (sieheauchS.245,Anm.zu zurFertigstellungdes
FilmsMonaLisa, undS.234,Anm.zudieMonaL.).
sekkieren ]Österr. fürbelästigen, quälen.
Zimmerlein [...] fĂĽr Dich ] Ein Zimmer in Lernets Haus war fĂĽr LS
offenbar – trotz der Intimität der Beziehung – keine Selbstverständlich-
keit; Rocˇek weist darauf hin, dass „in seinem Haus selbst [...] nur ganz
wenigeauserwähltewohnen“durften (DieneunLeben, S.191).
Grand-Hotel ]NichtmehrbestehendesSt.WolfgangerHotel aufder
„Rösslwiese“beiderSchafbergbahn.
ans andre Ufer ] Dort wohnte u.a. Emil Jannings, vgl. S.238, Anm. zu
Emil.
dieNachricht vomschaukelndenElefanten ]LShatteALHvoneinem
Salzburgaufenthalt geschrieben,beidemsieunvermutet auf einenZug
von Elefanten gestoßen war (Salzburg hat einen Zoo): „Wie ich nach
meiner Ankunft zur Lanzin [Grete Lanz, C.D.] gehen wollte, kam mir
eineganzeHerdeElephantenentgegen, ineiner langenReihe,hinterein-
ander zogen sie, von Reitern mit Bootshaken dirigiert, durch die lieben
schmalen Gasserln von Salzburg. Es war als ob die Stadt, die Häuser
unddieMenschennunvölligKinderspielzeugartig [sic!] eingeschrumpft
wären gegen diese unförmigen Kolosse. Es war völlig traumhaft. Das
Unwahrscheinlichste schieneinzig wirklich. Ichbin weit mit ihnenmit-
gegangen, ein biĂźchen schwindlig von ihrem Schwanken und dann
warensieaufeinmalnichtmehrda. [...]dieAugen indengesenkten
Schädeln waren rot und zu Boden gerichtet, auf’s äußerste konzentriert
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik