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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 364 -
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts 6.3.5 Paula,Emma,HeleneundErwinStein Von der Mehrzahl der jüngeren Geschwister Richards ist keine aktive Beteiligung am Verlag bekannt; sie ergriffen überwiegend – wohl mit mentaler wie finanzieller Unterstützung ihres Vaters Markus – Berufe in Kunst und Kultur. Vor allem den Schwestern Richards (und Tanten Lottes) sollen imWeiteren– soweit esdie recht spärlicheQuellenlage zulässt – einige Zeilen gewidmet werden. In den Lebensläufen Paula und Helene Steins klingt bereits das stark ausgeprägte Streben nach Unabhängigkeit an,dasauchMariaCharlotteSteinauszeichnete. Nur wenig ist bekannt über die am 11. Dezember 1878 in Wien gebo- renePaulaStein.SieheiratetedenDrechslerwarenfabrikantenHermann Kemperling, mit dem sie einen Sohn namens Norman hatte (1904– 1946).125 Spätestens seit 5. Mai 1938, also wenige Wochen nach dem „Anschluss“, lebtePaulagetrenntvon ihremEhemannwiederamKohl- markt 16126 – dass ihre jüdische Abstammung bei der Trennung eine Rolle gespielt hat, kann hier nur vermutet werden. Am 29. Januar 1939 jedenfallsmeldete sichdie inderFrauenrechtsbewegungengagierte127 TheosophinPaulaKemperling, geboreneStein, ausWienabundüber- siedelte nach London.128 Den Entschluss dazu hatte sie spätestens im November 1938 gefasst.129 Von London aus reiste sie nach Sri Lanka 125 DerLehmann, dasdamaligeWienerAdressbuch, verzeichnet fürdiesenZeitraumnur zweiEinträgemitdemNamenKemperling: „H.Kemperling,pFa.,Drechslerwr.Fabrk., XV.,Tanneng.3.T.B-36-0-71“und„Normann,Kaufm., I. Kohlmarkt20, s.H.Kemper- ling“. Norman Kemperling verstarb bereits am 23. März 1946 in Wien (vgl. Meldeunter- lagenWStLA). 126 MeldeunterlagenWStLA. ImSteinFAexistiertderGrundrissplaneiner„Wohnungsteilung undAdaptierung“ fürdieehemaligeWohnungMarkusSteins im4.StockdesHausesam Kohlmarkt 16 (damals 20), Bauwerber Helene Winger und Paula Kemperling, sowie der positive Genehmigungsbescheid des Wiener Magistrats (M.Abt.38/2622/38). Offenbar plantendieSchwestern, inNachbarschaft zuwohnen.ZumHaushaltHeleneWingers gehörtenauch ihrebeidenSöhneRichard jun.undWolfgang. 127 Paula Kemperling schrieb u.a. für Das Wort der Frau – Unabhängiges Sonntagsblatt fürdiekulturellen, sozialenundwirtschaftlichen InteressenderFraudenArtikel „Unser Betrieb“ (1. Jg.Nr.22,2.August1931). 128 MeldeunterlagenWStLA. 129 Robert Stein schreibt Ende Nov. 1938 in einem Brief an sie: „Bezugnehmend auf Deinen BesuchamMontagden28.ds.M., beidemDumirmitteiltest, dassDununmehrdefinitiv die Absicht und auch die Möglichkeit hast nach auswärts zu übersiedeln [...]“ (Robert Stein:Brief anPaulaKemperling [SteinFA].Wien.30.Nov.1938). 364
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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