Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 366 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 366 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Bild der Seite - 366 -

Bild der Seite - 366 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Text der Seite - 366 -

6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts Von ihremVater [MarkusStein,C.D.]hatte sie sehrviel übernom- men, so die Abneigung gegen das Zeigen von Gefühlen, obwohl diese Gefühle stark in ihr vorhanden waren. [...] Depressionen zu zeigen, war aber nicht ihre Sache [...]. Ihre Selbstbeherrschung undWillenskrafthabengroßenEindruckaufunsgemacht.136 Wen Robert Stein mit „uns“ meint, geht aus dem Folgenden hervor: Emmysei „ihrerMutterdieallerbesteTochter“gewesen, jamehrnoch, diejenige, „diedenGeistdes4.Stockes [woMarkusSteinwohnte,C.D.] imgutenSinnedesWorteshüteteunddamitunhörbarundunsichtbar, aber faktisch eine Art Opposition gegen jene Geschwister bildete, die diesenGeistdurch ihreLebenshaltungverletzten“.137 Mitdieserdeutli- chen Spitze gegen die Geschwister Emmys, allen voran wohl die beiden anderen Töchter Helene und Paula, teilt der Stammhalter die Familie in zweiParteien:dievomEthosdes „DienstesanderSache“Getragenen einer- (zu denen Robert Stein neben seinem Großvater Markus und sei- nem VaterRichardwohl auch sich selbst zählte) unddie aufEigennutz Bedachten andererseits (eine Gruppe, der wohl auch Maria Charlotte Steinzugerechnetwurde). AusderEheEmmaSteinsmitOskarvonSaxgingdieTochterUlrike Maria (genannt „Ully“oder „Mary“bzw. „Marie“)hervor (Geburtsdatum ca. 1907, Sterbedatum nicht ermittelt), die 1938 H. T. Young heirate- te.138 Als ihre Schwester Paula und ihr Bruder Erwin nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich emigrierten, entschieden sich Emmy von Sax und ihre Schwester Helene (siehe unten) für den Verbleib in Wien.Als „Volljüdin“überausgefährdet, gelangesEmmyvonSaxden- noch, die Nazizeit unbeschadet zu überstehen. Ihre Tätigkeit für den Verlag, der seit 1938 pro forma von „arischen“ Familien- bzw. Firmenan- gehörigen geführt wurde139 und als Vertriebsstelle für Reichsgesetzblatt und Reichssteuerblatt – zumindest zeitweise – „kriegswichtig“140 war, 136 R.Stein:GedenkblattEmmyv.Sax,S.1. 137 Ebd., S.2f. 138 Ein „phantastisch reicher Engländer aus sehr guter Familie“ laut Lotte Sweceny (in einemundatiertenKonzeptanAlexanderLernet-Holenia, SteinFA). 139 SieheuntenKap.6.5. 140 „AufGrundderErmächtigungdesPräsidentenderReichskulturkammerundGeneralbe- vollmächtigten fürden totalenKriegseinsatzhabe ichdieFortsetzung IhrerVerlagsarbeit als kriegswichtiganerkannt“ (PräsidentderReichsschrifttumskammer[HannsJohst]: Brief anManzscheVerlags-undUniversitätsbuchhandlung[SteinFA].Berlin.26.Sep. 1944). 366
zurück zum  Buch Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945"
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
FWF-E-Book-Library
Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny