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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts Von ihremVater [MarkusStein,C.D.]hatte sie sehrviel übernom- men, so die Abneigung gegen das Zeigen von Gefühlen, obwohl diese Gefühle stark in ihr vorhanden waren. [...] Depressionen zu zeigen, war aber nicht ihre Sache [...]. Ihre Selbstbeherrschung undWillenskrafthabengroßenEindruckaufunsgemacht.136 Wen Robert Stein mit „uns“ meint, geht aus dem Folgenden hervor: Emmysei „ihrerMutterdieallerbesteTochter“gewesen, jamehrnoch, diejenige, „diedenGeistdes4.Stockes [woMarkusSteinwohnte,C.D.] imgutenSinnedesWorteshüteteunddamitunhörbarundunsichtbar, aber faktisch eine Art Opposition gegen jene Geschwister bildete, die diesenGeistdurch ihreLebenshaltungverletzten“.137 Mitdieserdeutli- chen Spitze gegen die Geschwister Emmys, allen voran wohl die beiden anderen Töchter Helene und Paula, teilt der Stammhalter die Familie in zweiParteien:dievomEthosdes „DienstesanderSache“Getragenen einer- (zu denen Robert Stein neben seinem Großvater Markus und sei- nem VaterRichardwohl auch sich selbst zählte) unddie aufEigennutz Bedachten andererseits (eine Gruppe, der wohl auch Maria Charlotte Steinzugerechnetwurde). AusderEheEmmaSteinsmitOskarvonSaxgingdieTochterUlrike Maria (genannt „Ully“oder „Mary“bzw. „Marie“)hervor (Geburtsdatum ca. 1907, Sterbedatum nicht ermittelt), die 1938 H. T. Young heirate- te.138 Als ihre Schwester Paula und ihr Bruder Erwin nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich emigrierten, entschieden sich Emmy von Sax und ihre Schwester Helene (siehe unten) für den Verbleib in Wien.Als „Volljüdin“überausgefährdet, gelangesEmmyvonSaxden- noch, die Nazizeit unbeschadet zu überstehen. Ihre Tätigkeit für den Verlag, der seit 1938 pro forma von „arischen“ Familien- bzw. Firmenan- gehörigen geführt wurde139 und als Vertriebsstelle für Reichsgesetzblatt und Reichssteuerblatt – zumindest zeitweise – „kriegswichtig“140 war, 136 R.Stein:GedenkblattEmmyv.Sax,S.1. 137 Ebd., S.2f. 138 Ein „phantastisch reicher Engländer aus sehr guter Familie“ laut Lotte Sweceny (in einemundatiertenKonzeptanAlexanderLernet-Holenia, SteinFA). 139 SieheuntenKap.6.5. 140 „AufGrundderErmächtigungdesPräsidentenderReichskulturkammerundGeneralbe- vollmächtigten fürden totalenKriegseinsatzhabe ichdieFortsetzung IhrerVerlagsarbeit als kriegswichtiganerkannt“ (PräsidentderReichsschrifttumskammer[HannsJohst]: Brief anManzscheVerlags-undUniversitätsbuchhandlung[SteinFA].Berlin.26.Sep. 1944). 366
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Title
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Subtitle
Briefe 1938-1945
Author
Christopher Dietz
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2013
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
468
Categories
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