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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 378 -
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts 6.5 Nachdem„Anschluss“ EinweitererGrund fürdiewirtschaftlichenSchwierigkeiten, indenen sichdieösterreichischenVerlage–soauchManz– inden1930er-Jahren befanden, war das Buchdumping, das die reichsdeutschen Verlage be- trieben.Abdem9.September1935trat imDeutschenReicheineVerord- nungzurBuchexportförderung inKraft,welchedieSenkungderPreise um 25% zur Folge hatte.197 Im Nachbarland, wo man die politischen Entwicklungen im Reich mit Besorgnis verfolgte, war man wenig begeis- tert: „DerGeistderVerteidigungmanifestierte sich indervehementen Ablehnungdesdeutschen Buchdumpings.“198 DieösterreichischeStan- desvertretung„VereinderösterreichischenBuch-,Kunst-undMusikali- enhändler“, dessen Vorstand auch Robert Stein angehörte, reagierte mit dem sogenannten „Verlagsförderungsgesetz“199, das am 1. Januar 1936 in Kraft trat und die Arbeit inländischer Verleger bezuschussen sollte. Ein eigens eingerichteter Fonds sollte durch eine Kommission verwaltet werden.AufderVorschlagsliste zudenMitgliederndieserKommission fandsichauchderverdienteFunktionärRobertStein; gewähltwurde er letztendlichnicht, ebensowenigwieder–ebenfalls jüdische–Paul Zsolnay.200 Bereits1936begannauchdieEinschleusungvonNational- sozialisten in die österreichische Verlagslandschaft,201 bevor dann im Zuge des „Anschlusses“ am 12. März 1938 die rasante „Arisierung“ des österreichischen Buchhandels- und Verlagswesens in Angriff genommen wurde. Dassdie „Volljüdinnen“202 EmmyvonSaxundHeleneWingerKom- manditistinnen waren, stellte den Verlag nach der Nazi-Okkupation Ös- terreichs vor Probleme. Am 22. März, zehn Tage nach dem„Anschluss“, schrieb Helenes Bruder Robert Stein an seinen Anwalt Dr. Hans Haider: Bezugnehmend auf unsere gestrige Unterredung erlaube ich mir mitzuteilen,dasswir imEinvernehmenmit allenKommanditisten dasehesteAusscheidenderKommanditistinnenunsererFirmaFrau 197 Vgl.Hall:ÖsterreichischeVerlagsgeschichte I, S.146ff. („Das reichsdeutscheBuchdum- ping“). 198 Ebd., S.152. 199 BGBl. 1935,Stück134v.27.12.1935,Nr.497/35(vgl. ebd., S.207). 200 Vgl. ebd., S.210–212. DassRobert Steins jüdische Herkunft dabei eine Rolle spielte, ist nicht erwiesen, kannaberangenommenwerden. 201 Vgl. ebd., S.262ff. 202 SiehedazudieBegriffsklärungen inFN 248. 378
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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