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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPortrĂ€ts Der Anwalt der Familie, Hans Haider, hatte bereits am 21. MĂ€rz das „ergebeneErsuchen“andenStaatssekretĂ€r fĂŒrPropagandaDr.Kajetan MĂŒhlmann gerichtet, dieser möge der Firma Manz, wiewohl „die Ge- stattungderBezeichung ‚arischesGeschĂ€ft‘ kaumzulĂ€ssig sein“werde, die „Verwendung von Flaggen mit dem Hoheitsabzeichen“ gestatten und die „Einsetzung einer kommissarischen Verwaltung“ verhindern, da dieFamiliebereit sei, „jedenotwendigeÄnderung imGesellschaftsver- hĂ€ltnisse bereits in der nĂ€chsten Zeit eintreten zu lassen“.208 Im April 1938 erhielten auch Emmy und Helene ihren Anteil und wurden aus demHandelsregistergelöscht.Gesellschafterwarennundie–vonRo- bertSteineuphemistisch „halbarisch“genannten–GeschwisterRobert, Walter, LotteundEdithStein. DieseKonstruktionhielt eingutes Jahr;dannmusstenauchdievier Geschwister ihreGesellschaftsanteile abgeben.AlleinigeGesellschafter desVerlagswarenvondiesemZeitpunktbis zumEndedesKriegs (bzw. in Falle Frieda Steins bis zu ihrem Tod) Frieda Stein, die Prokuristin Bertha Pohl (1893–1966) und der BuchhĂ€ndler Anton Bernhard (1861– 1945).209 Am1. Juli 1945schließlichwarendankderTreueundLoyalitĂ€tder Mitarbeiter Pohl, Bernhard210 und Gießauf die ursprĂŒnglichen Besitz- 208 HansHaider:Brief anKajetanMĂŒhlmann(SteinFA).Wien.21.MĂ€rz1938. 209 Esexistiertein–zwarnichtbeglaubigter,abervonallenbeteiligtenPersonenunterschrie- bener–GesellschaftsvertragderManz’schenVerlagsbuchhandlung(JuliusKlinkhardt & Co) vom 14. Januar 1944, dessen Absatz 1 lautet: „Die Gesellschafter der obigen Firma Ă€ndern den am 16. August 1939 geschlossenen Gesellschaftsvertrag nunmehr in der nachstehenden Weise ab, wobei gleichzeitig von den beiden bisherigen Ge- sellschaftern Frau Frieda Stein geb. Klinkhardt und Herrn Anton Bernhard FrĂ€ulein BerthaPohlalsneueFirmengesellschafterinaufgenommenwird.Frl.BerthaPohlhat ausdem90%-igenFirmenanteil derFrauFriedaSteingeb.Klinkhardt1/9=10%des Firmenvermögens zum Buchwert von RM 1.333,33 erworben“ (Besitz Barbara Netscher, Ronneburg). Die Druckerei wurde von Ernst Gießauf geleitet, der zu diesem Zweck in Absprache mit seinem Chef Walter Stein eigens eine NSDAP-Mitgliedschaft ange- nommen hatte (vgl. Mumelter: Die Geschichte des Verlagshauses Manz, S.189f.). Im Dezember1940hattederVerlagumAufnahmevonFriedaSteinundAntonBernhard in die Reichsschrifttumskammer angesucht. Bereits am 16. Juli 1938 war Robert Stein von der Reichsschrifttumskammer aufgefordert worden, seine „buchhĂ€ndlerische TĂ€tigkeit“ bis zum30.September1938niederzulegen(PrĂ€sidentderReichsschrifttumskammer [Hanns Johst]:Brief anDr.RobertStein [SteinFA].Berlin. 16. Juli 1938). 210 „Die SelbstverstĂ€ndlichkeit, mit der er in der schwierigen Situation jener Tage in die Breschesprang,wirdmir stetsunvergesslich sein“, schreibtRobertSteinam22.Oktober 1945 anlĂ€sslich von Bernhards Tod und schlug fĂŒr die Parte u.a. folgenden Satz vor: „Er war wohl ein ganz seltener Mensch und verdient gewiss einen Ehrenplatz in der GeschichtedesösterreichischenBuchhandels“ (RobertStein:Brief anHeinrichWeiss- 380
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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