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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 382 -
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts 6.6 MariaCharlotteStein (verh.Sweceny) 6.6.1 EineKindheit inderWienerModerne MariaCharlotteSophieNanetteFelicitasStein, gerufen „Lotte“,wurde am6. Juni1904 inderelterlichenWohnung inWienXVIII., Sternwar- testraße46,geborenundam9.Oktober imevangelischenBekenntnis H.B. getauft. Als Kind erlebte Lotte Stein den enormen Aufschwung desVerlags,derReichshauptstadtWien, ja,derk.u.k.Monarchie,der um die und nach der Jahrhundertwende nicht zuletzt aufgrund des Patriotismus vieler jüdischer Bürger – konvertiert oder nicht – und ihrer VerbundenheitmitderdeutschenKultur eine letzteBlütebeschertwar. In der „Wiener Moderne“ zwischen 1890 und 1910 kulminierten die „politischen, sozialenundkulturellenVeränderungen,die1848begon- nen hatten und deren Ausläufer dann bis 1938 in Wien spürbar blieben [...]“.215 NichtvonungefährumspannendiesebeidenJahreauchden Zeitraum von der Gründung des Manz Verlags (1849 im Fahrwasser der Revolution) bis hin zu seiner bislang schwersten Krise nach dem „Anschluss“Österreichs. Gleichzeitig hatte jedoch der Liberalismus seit den 1880er-Jahren in seinerBedeutungabgenommen;mitdenSeparationstendenzender Kronländer,denaufkeimendenNationalismenderMitgliederdeshabs- burgischenVielvölkerstaatsunddensozialenProblemen,diederwirt- schaftliche Aufschwung und die rasante Industrialisierung vor allem im städtischen Raum mit sich brachten, gewannen radikalere politische Strömungen an Bedeutung, etwa der Pangermanismus Georg von Schö- nerers (1842–1921) oder der mit Antisemitismus durchsetzte christliche SozialismusKarl Luegers (1844–1910).216 In Lotte Steins Kinderjahren ging nun also das „lange 19. Jahrhun- dert“217 seinem Ende zu. Dem Verlag Manz ging es am Vorabend des ErstenWeltkriegsallerdingsbesserdennje.SeineEigentümerverbanden 215 Jacques Le Rider: Das Ende der Illusion. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität. Wien:ÖsterreichischerBundesverlag1990,S.15. 216 Vgl. v.a. dasKapitel „EinneuerTon inderPolitik:EinösterreichischesTrio“ inSchorske: Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de siècle, S.111–168. Brigitte Hamann hat die Einflüsse dieser beiden (und anderer) auf den erfolglosen Kunstmaler Adolf Hitler, der sichzwischen1907und1913 inWienaufhielt, aufgezeigt (Hamann:HitlersWien. Lehrjahre einesDiktators). 217 Von Eric Hobsbawm in seiner Trilogie The Age of Revolution: 1789–1848, The Age of Capital: 1848–1875 und The Age of Empire 1875–1914 geprägter Begriff für die Zeitspannevon1789bis1914. 382
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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