Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 384 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 384 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Bild der Seite - 384 -

Bild der Seite - 384 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945

Text der Seite - 384 -

6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts Das Porträt Richard Steins225 gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen, das vermutlich kurz danach entstandene226 Doppelbild- nis seiner Kinder mit dem Titel Spielende Kinder befindet sich heute im Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg (Abb. 6).227 Die UmständeseinerRezeption sicherndemBildeinenPlatz inderKunst- geschichte:DasPublikumreagiertebeider erstenAusstellung1911 im Wiener „Hagenbund“ verstört. Die verbalen Reaktionen reichten von „Menschenkarikaturen“bishinzu „wüsterErotik“.228 Außer diesen – selbst für eine privilegierte Kindheit aufsehenerre- genden – Umständen ist über die Kinder- und Jugendjahre Lotte Steins kaumetwasbekannt.Auchüber ihreAusbildungkönnennurMutmaßun- genangestelltwerden. In ihrerKorrespondenzalsErwachsene schrieb sieflüssig,wennauchnicht fehlerlos, aufEnglisch; sieempfingBriefe auf Französisch und Italienisch, was darauf schließen lässt, dass sie diesebeidenSprachenzumindest lesenkonnte; siebeherrschtedieGa- belsberger Kurzschrift. Als Tochter stand sie – gemäß der damaligen AuffassungvonKindererziehung–wohlmehrunterdemEinfluss ihrer Mutter Frieda, zu der sie, nach Briefen im Familienarchiv zu urteilen, zumindest alsErwachseneeinnahesVerhältnispflegte.Spätestens seit 1918 dürfte der Vater aufgrund seiner neuen Beziehung zu Maria Luise von Newlinsky noch weniger in Erscheinung getreten sein. Nach der ScheidungvonFrieda1921zogRichardSteinausderFamilienwohnung in der Pfarrhofgasse aus und wohnte zuerst in V., Gartengasse 22, dann, seit 1924, imFirmensitz amKohlmarkt20(heute16).229 Kokoschkas Doppelbildnis der Kinder Walter und Lotte aus 1909 zeigt ein neugierig den Betrachter fixierendes Mädchen; der Bruder hingegen blickt mit niedergeschlagenen Augen zu Boden (vgl. Abb. 6).230 Auch 225 ÖlaufLeinwand,Maßeunbekannt (ca.91x71cm). 226 Vgl.Winkler/Erling: OskarKokoschka, S.12. 227 ÖlaufLeinwand,72x108cm, Inv.Nr.WLM573/655. 228 DieseundandereStimmenversammeltW. J. Schweiger:Der jungeKokoschka, S.165ff. 1924 schließlich wurde das Bild in einer Ausstellung von einem Besucher mit einem Messer zerstochen und angeblich mit Exkrementen beschmiert (vgl. Natter [Hrsg.]: OskarKokoschka.DasmoderneBildnis1909bis1914, S.108). 229 Lehmann’sAllgemeinerWohnungs-Anzeiger. 230 „DerMaler verzichtete inderDarstellungderbeidenKinderaufPosenheilerKindheit. Lotte, eigentlich Maria Charlotte [...] liegt vorne, der ältere Bruder Walter [...] hinter ihr. Ähnlich wie im Bildnis des Ehepaares Tietze [...] ist der Junge im Profil, das weibliche Modell aber en face wiedergegeben. Hier wie dort schaffen die Arme der Dargestellten einen kommunikativen Brückenschlag. Doch er ist nicht frei von Spannungen: Die linke Hand des Jungen trifft auf die geballte Faust des Mädchens“ 384
zurück zum  Buch Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945"
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
FWF-E-Book-Library
Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny