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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 389 -
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6.6 MariaCharlotteStein (verh.Sweceny) Ichpersönlicherwarteauch inderZukunft keineSchwierigkeiten indieserRichtung,wenigstensnichtmehrals fürmeineFreunde rein arischer Abstammung auch entstehen können. [...] Es gibt Gott sei Dank immer u. überall Überdurchschnittsmenschen, die wie schonderNamesagtausderMasseherausfallen. Ichbinalso deswegen, weil ich etwas gescheiter bin als Frauen im Allgemeinen darumnicht jüdischerwiedieanderenwieDuesmanchmalglaubst. Und Du bist nicht arischer weil Deine Begabungen einseitiger sind, weil Du weniger Interesse für prinzipielle Zusammenhänge hast be- gründet wahrscheinlich in Deinem geringen Einfühlungsvermögen. Nein seideshalbnichtgekränktweilDukeinenErfolghast, daDu Dich in dieser Richtung ja nie bemüht hast. Leider. [...] Wir gehen doch als Freunde auseinander. Übrigens noch. Glaub nicht daß Du inmireinewildeFeindindespol[itischen].Umschwunges siehst, dessenAnzeichenwirebenspüren. Ichwar immerhauptsächlich auf mein Privatleben konzentriert und hoffe, daß mir das auch weiterhinvonaußennicht zu sehrbeeinflußtwird.Sonstwill ich über jeden Menschen der jetzt glücklicher ist, mich freuen. Wärest Du nichtglücklicher wennDu Dich nuneinseitig der andernSeite verschriebest.253 Hier spricht jemand, der sich seines intellektuellen Wertes und seiner gesellschaftlichen Position sicher ist; aber auch jemand, der seinen Wirkungskreis im Privaten verortet. Dieses Privatleben spielte sich – auf für damals durchaus typische Art und Weise – vor allem auch auf Reisen und Kuren ab: Man verbrachte die Sommerwochen im Salzkammergut, etwa am Attersee, kurte im Winter in Bad Gastein und im Frühjahr in Franzensbad.254 O.C.Sweceny,deralsFabriksdirektor starkbeansprucht war, leistete seiner Frau oft nur tageweise oder gar nicht Gesellschaft. Nicht selten reiste Lotte Sweceny in Begleitung von Familienmitgliedern undFreunden, immerwiederwar sieauchalleineunterwegs. Die Freiheit, die sie in finanzieller, intellektueller und auch erotischer Hinsichtgenoss, brachte ihrmitunterdie „Verachtungdes sogenannten Arbeitendengegen jemandendernicht imBürositzt“255 ein.Gleichwohl 253 Maria Charlotte Sweceny: Briefkonzept an unbekannt (SteinFA). o.O. [Wien]. o.D. [Ende1930er-Jahre] (ErgänzungenC.D). 254 An diesen Orten hielt sich Lotte Sweceny während des Briefwechsels mit Alexander Lernet-Holenia auf; außerdem in Bulgarien sowie (mit ihm) in der Karibik und in Nordamerika. 255 Lotte Sweceny: Undatiertes Briefkonzept an Alexander Lernet-Holenia (SteinFA). In einemanderenundatiertenKonzeptanLernetheißt es: „Es ist jakeinZufall, daß ich 389
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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