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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts gelangten sie durch die Würdigung in Milan Dubrovic’ Buch Veruntreute Geschichte: DasHauswurdewährenddernationalsozialistischenÄrazumRe- fugium eines oppositionell gesinnten Freundeskreises, der sich um diekünstlerischund literarisch interessierteHausfrauscharte. [...] Zu den engsten Freunden des Hauses in Hochrotherd zählte als stärkstePersönlichkeitderDichterAlexanderLernet-Holenia, ferner der schon in den ersten Tagen des nationalsozialistischen Regimes abgesetzteDirektorderStaatlichenKunstgewerbeschuleMaxFeller- er mit seiner Frau, der Bühnenbildnerin Erni Kniepert, sein Bruder, der Rechtsanwalt Dr. Josef Fellerer, ehemals Syndikus der Creditan- stalt, der schriftstellerndeArztDr.AlexanderHartwichmit seiner Frau Trude, die eine entfernte Verwandte des deutschen Staatsprä- sidenten Hindenburg war, dann die der Frankfurter Gelehrten- und Industriellenfamilie Euler entstammende Jaspers-Schülerin Bobby Löcker,verheiratetmiteinemDirektorderWienerCreditanstalt,der Kulturkritiker Zeno von Liebl und Dr. Egon Seefehlner, später Chef- redakteurdererstennachdemKriegerschienenenösterreichischen Zeitschrift „DerTurm“[...].271 Laut Markus Stein, dem Neffen Lotte Swecenys, handelte es sich da- bei weniger um einen Widerstands-Zirkel – als den etwa Rocˇek ihn schildert272 –alsumeinen„Schmelztiegel vonsehrunterschiedlichen Persönlichkeiten“273, die freilich weltanschaulich durch ihre Abneigung gegen die neuen Machthaber geeint wurden. Der Architekt Max Fellerer, der in den Briefen Lernets an Lotte Sweceny mehrmals erwähnt wird, wurde von den Nationalsozialisten aus seiner Position des Direktors der Kunstgewerbeschule gedrängt (siehe oben), Hans A. Vetter, eben- falls Architekt, floh 1938 mit seiner jüdischen Frau Jadwiga Orsul nach London.274 DerKriminalbeamteAlexander Inngraf („Blümerl“)wiede- rumsetzte ExistenzundLeben aufsSpiel, indemer jüdische Mitbürger 271 Dubrovic: VeruntreuteGeschichte, S.262ff. 272 „Es war eine dieser in Österreich gar nicht so seltenen Urzellen des Widerstands gegen Hitler, aus denen sich nach 1945 die Kräfte für den materiellen wie kulturellen Wieder- aufbau rekrutieren werden“ (Roman Rocˇek: Glanz und Elend des P.E.N. Biographie eines literarischenClubs.Wien–Köln–Weimar:Böhlau2000,S.241). 273 Markus F. Stein: Persönliche Mitteilung an den Verfasser (Tonbandprotokoll). Wien. 16. Juli 2009. 274 Vgl. S.257, Anm. zu mit Hans. Vetter taucht zwar in Dubrovic’ Aufzählung nicht auf, gehörte aber zweifellos bis zu seiner Emigration zu jener Gruppe. In einem undatierten Brief an Dubrovic aus Pittsburgh, wo er sich seit 1948 aufhielt, umreißt Vetter in seinen Grüßen genau jenen Personenkreis: „Hochgeehrtes Arschloch, [...] grüße alle sehr sehr 392
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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