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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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200 ImNamenderEmanzipation werdenundaufWissensbeständeBezuggenommenwird,wennMuslimIn- nen als ›kulturell Andere‹ konstruiert werden.Dafürwerden dreiModi der Kulturalisierungunterschieden:KulturalisierungalsNaturalisierungalsEth- nisierungsowiealsGenealogisierung.DieseDifferenzierungsollderVieldeu- tigkeitdesKulturbegriffsebensoRechnungtragenwiedenunterschiedlichen Modalitätender rassistischenVeranderung. 6.1.1      KulturalisierungalsNaturalisierung DieersteVariantederKulturalisierungkommtjenernahe,dieYaseminShoo- manals »Kulturrassismus«beschriebenhat.Bei Shooman ist sie inderFor- mel verdichtet, die sie auch als Buchtitel gewählt hat: »…weil ihreKultur so ist«(Shooman2014a).KennzeichnenddafüristdieBehauptungstatischerKul- turen.AnalogzurBehauptungnebeneinanderexistierender ›Rassen‹werden ›Kulturen‹alsimKernstetsmitsichselbstidenteEntitätenverstanden.Wenn ihnenDynamikzugesprochenwird,dannnuralsEntwicklunginnerhalbihrer Grenzen.DieDifferenzzuanderenKulturenbleibtdavonunberührt.Insofern KulturalsstatischesGebildegedachtwird,soShooman,»wird imantimusli- mischenRassismusdieHybridität,DurchlässigkeitundDynamikkultureller Identitätennegiert« (Shooman2014a: 63).Zweitenswirddiese statischeKul- tur zumdeterminierendenFaktor fürdasHandelnderPersonenerklärt,die dieser Kultur zugeordnet werden.Damit geht »eine Quasi-Naturalisierung kulturellerEigenschaften« (Shooman2014a:59)einher.Kulturwirdzurzwei- tenNaturderAnderen (undunterderHandauch–positiv gespiegelt–des Eigenen).ImhieruntersuchtenInterviewmaterialspieltedieseFormderKul- turalisierung jedoch eine untergeordneteRolle. Fast alle Befragten achteten darauf,Naturalisierungen zu vermeiden–mit wenigen, dafür bemerkens- wertenAusnahmen.DiemeistenCodierungenals›Naturalismus‹konzentrie- rensichaufein Interview,aufdasnungenauereingegangenwird. Der befragte Journalist–er ist Redakteur einerBoulevard-Tageszeitung –beginnt früh imInterview, ›Kultur‹ alsMarkierungderDifferenz fürMus- limInneneinzusetzen.AufdieFrage, inwelchenZusammenhängendasThe- maIslamundMuslimeinseinerTätigkeitamhäufigstenvorkommt,verweist erauf seinErfahrungswissen imZusammenhangmitGewaltkriminalität: »InderKriminalberichterstattung. Jetzt öfter, underschreckendoft imZu- sammenhangmit partnerschaftlichemUmgang, vondemwir gedacht ha- ben,wir haben ihn schon langehinter uns.DieseArt vonBehandlung von
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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