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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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274 ImNamenderEmanzipation ist die Analyse terminologisch, konzeptuell und theoretisch im Paradigma des farbcodierten Kolonialrassismus befangen. Was die Rassismusanaly- se eigentlich zu leisten hätte, wird hier vorausgesetzt: Dass die sexuellen und geschlechtlichen Zuschreibungen nicht nur rassistisch, sondern ›ras- sifizierend‹ wirken und eine binäre Spaltung von ›weiß‹ und ›nicht-weiß‹ produzieren.GeradebeiEl-Tayeb,HaritawornundPetzen,die (auch) zuan- timuslimischemRassismus inDeutschlandpublizieren, fällt dies besonders insGewicht.Sie reproduzieren eine fürdieAnalysedesUS-amerikanischen Rassismusundder ihnenzugrunde liegenden»racial formations« (Omi/Wi- nant2014; vgl.Kapitel 3.5.4) entwickelteNomenklatur, inderdiedominante, sich von der Figur des/der muslimischen Anderen abgrenzende Position garnicht andersdennals ›weiß‹ bezeichnetwerdenkann (Haritawornet al. 2014: 65; El-Tayeb 2012; Petzen 2012).Das bedeutet nicht, dass farbkodierte Rassismen,dieentlangderKategorie ›weiß‹und›nicht-weiß‹unterscheiden, abwertenunddämonisieren, inDeutschlandoderÖsterreichnicht existier- ten oder keineWirkmächtigkeit entfalteten. Doch ob und inwiefern durch die rassistischeVeranderung vonMuslimInnen ein »mythicalwhiteEurope« heraufbeschworen wird (Petzen 2012: 99; Herv. B.O.), müsste erst gezeigt werden.Das leistendiehierbesprochenenArbeiten jedochnicht,weil siedie dominantePosition imrassistischensozialenVerhältnisaxiomatischmitder weißenPositiongleichsetzen.IndemMaterial,das fürdievorliegendeArbeit untersucht wurde, war es jedoch nicht der Fall, dass, wie Petzen meint, die Konstruktion des/der muslimischen Anderen »serves to naturalize the whiteness of dominant gender and sexual politics« (Petzen 2012: 99; Herv. B.O.). ›Whiteness‹ –Weißsein – spielte in den analysierten Aussagen kei- ne Rolle. Auch wenn, wie in Kapitel 6.3 ausgeführt, die Temporalisierung des/dermuslimischen Anderen als Re-Artikulation historizistischer Koloni- alrassismengelesenwerdenkann,wird imInnenraumdeshierbehandelten antimuslimischen Rassismus keinweißes Subjekt konstituiert, sondern ein fortschrittliches, tolerantes, freiesundzivilisiertes–kurz: liberalesSubjekt.3 3 VondenhiergenanntenAutorInnennimmtnurFatimaEl-TayebdiesesProblemsystema- tischinihreÜberlegungenauf.DaslässtsichanVerschiebungeninihremWerk,etwazwi- schendenBüchern»AndersEuropäisch«(El-Tayeb2015[2011])und»Undeutsch«(El-Tayeb 2016), ablesen.Währendsiezunächstvonder»Rassifizierung«vonMuslimInnen im»sä- kularenNordwesteuropa«auchdortausgeht,wennsiedieKonstruktionmuslimischerAn- dereals»AbweichungenvonderdominantenNormeinesliberalen,fortschrittlichenKos- mopolitismus«analysiert (El-Tayeb2015: 186-187), formuliert sie später vorsichtigerund stärker vor demHintergrundder (Arbeits-)Migrationsgeschichte nachDeutschland (El-
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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