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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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278 ImNamenderEmanzipation ketten«oder »CareChains« (vgl.Hochschild2000; Lutz/Palenga-Möllenbeck 2011), die ›einheimische‹ Frauen auchohne geschlechtergerechteArbeitstei- lung und ohne ausreichenden Ausbau öffentlicher Care-Infrastruktur von Sorgetätigkeiten freispielenunddadurchdiezunehmendePartizipationvon FrauenamLohnarbeitsmarktermöglichen.DieAusübungdieser feminisier- ten undmigrantisierten Tätigkeiten wird, so Farris, nicht als Konkurrenz abgewehrt, sondern als nützlichundnotwendigunter gegebenenökonomi- schen Bedingungen und demographischen Entwicklungen angenommen. Aus dieser Differenz ließe sich die Übernahme feministischer Rhetorik in das Repertoire rechter und nationalistischer Parteien im Kontext der ›muslimischenFrage‹ erklären: »Die›nützliche‹Rolle,diedieArbeitvonMigrantinnenbeiderheutigenUm- strukturierungderWohlfahrtsregimeundderFeminisierungvonSchlüssel- sektorenderDienstleistungsgesellschaft spielt, ist inhohemMaßefüreine gewisseNachsichtneoliberalerRegierungenundnationalistischerParteien gegenüberMigrantinnenimUnterschiedzudenMigrantenverantwortlich.« (Farris2011:330) Farris liestdie»MobilisierungdesBegriffsGenderundeinerVorstellungvon FrauenemanzipationdurchnationalistischeundfremdenfeindlicheParteien« (Farris 2011: 321) als »Nachsicht« gegenüberweiblichenMigrantinnen, ja so- garalsAusdruckdesaufrichtigenInteressesanderVerbesserungihrergesell- schaftlichenPosition. InsbesonderemuslimischeFrauengälten »femonatio- nalistischen«politischenKräften»alssinnvollerErsatzeinheimischerFrauen imReproduktionsbereich, aber auch als potentielle Ehefrauen europäischer Männer«(Farris2011:330).DerPreis,derdenFrauendafürabverlangtwerde, sei dieAnpassungan ›westlicheWerte‹,die Frauenals zugleich emanzipiert undkommodifiziertkonstruieren.Befreit vomJochdesorientalischenPatri- archats–verkörpert vonbesitzergreifendenVätern,eifersüchtigenMännern unddieFamilienehreverteidigendenBrüdern–könnederweiblichemigran- tischeKörper indiepolitischeÖkonomiedesneoliberalenKapitalismusein- gepasstwerden.VoraussetzungundzugleichsichtbaresZeichendafür istdie Entschleierung: »Damit Weiblichkeit ihrer Funktion im Kapitalismus entsprechend wir- ken kann, muss der weibliche Körper entblößt werden, um ›demMarkt- Paradigmaentsprechend‹[…]zuzirkulieren.DasmuslimischeMädchenhat
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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