Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Seite - 285 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 285 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Bild der Seite - 285 -

Bild der Seite - 285 - in Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich

Text der Seite - 285 -

7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 285 zug auf »Burschen« als »der braucht nix lernen«.Das anekdotischeBeispiel istinsofernvielsagend,alsderBeruf,dersinnbildlichunddeutlichabwertend für eineTätigkeit ohneLernaufwandgenanntwird–Mechaniker– tatsäch- licheintechnischerFachberuf ist.DerZusatz,»wennerMechanikerwird, ist esehtoll«wirddurchTonlageundKontextklarals ironisch lesbar.Hierblitzt auf,was EtienneBalibar als »Klassen-Rassismus« identifiziert hat: die Ver- achtungdermanuellenundkörperlichenArbeitdurchdiebürgerlicheIntelli- genz(Balibar1992a:252-258).WomanuelleArbeitalserstrebenswerteKarrie- re fürSöhneangesehenwird,siehtder JournalisteinenMangelanBildungs- streben,dener fürdenausbleibendensozialenAufstiegvonMuslimInnen in Österreich insgesamtverantwortlichmacht,wieerkurzdaraufausführt: »DieseProblematik,dassesganzwenigemuslimischeAufsteigergibt,oder zuwenigemuslimische Aufsteiger imVergleich etwa zu den asiatischen. Diese Problematikwird vonmanchen nicht so gerne angegriffen, weil da kommtmanleichtineinProblematisches,Nationalcharakteroderwasauch immer,nicht?«(J1m) Von einer Beurteilung des »Nationalcharakters« nimmt der Journalist Ab- stand, er betont aber, dass Bildung– oder besser: die Haltung zu Bildung –»vererbt«würde (vgl.Kapitel 5.2.4 sowiedieDiskussionder ›Genealogisie- rung‹ inKapitel 6.1.3).Wie inKapitel 6.4 beschrieben, verarbeitenmehrere BefragteinderdiskursivenProduktionvon›muslimischenAnderen‹als ›sozi- al Schwache‹ eine real existierendeKlassenzusammensetzung inÖsterreich. Nachkommen ehemaliger »GastarbeiterInnen« werden überwiegend Tätig- keitenzugewiesen,diemitniedrigerEntlohnungundgeringergesellschaftli- cherAnerkennungverbundensind.WennimhieruntersuchtenMaterialder IslamalsUrsache fürausbleibendeBildungserfolgeundstockendensozialen Aufstieggenanntwird,dannmeistmitrelativierendemZusatz,dermögliche Kritikdaranvorwegentkräftensoll.SoberichteteineJournalistin,diebeider gleichenZeitungangestellt ist,vonKonflikteninnerhalbderRedaktion,wenn esumdieDarstellungdesThemasBildunggeht–exemplifiziertanmöglichen InterpretationendesPISA-Bildungstests: »PISA-Ergebnisse isteinklassischesBeispiel.BeiPISA-Ergebnissen istesso: AngenommenesgibtdieseZuordnung inFamilien…alsobeiSchülernmit Migrationshintergrundgibt es schlechtereErgebnisse, dannkannmandas ja immerunterschiedlichbegründen.Mankanndasmitunterschiedlichen Einkommens-oderBildungsschichtenderElternbegründen,odermankann
zurück zum  Buch Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich"
Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Im Namen der Emanzipation