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Im Namen der Emanzipation - Antimuslimischer Rassismus in Österreich
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7      VonderRassismusanalysezurKonjunkturanalyse 299 hingewiesen, »dass inÖsterreichGenitalverstümmelung,Zwangsheirat und Ehrenmordverbotensind« (Scheibelhofer 2012: 76).Zusammenmit anderen Maßnahmenwaren die Reformen darauf ausgelegt (und darin erfolgreich), den Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft zu erschweren und damit in Österreich lebende Menschen von demokratischen und sozialen Rechtenauszuschließen.Das lagallerdingsnichtandennunmehrgeforder- tenGesinnungsbekenntnissen–vondenenschließlichniemandwissenkann, ob sie aufrichtig abgelegtwerden–sondernanneueingeführtenbürokrati- schenHürden.IntegrationsvereinbarungundStaatsbürgerschaftstestsollten vielmehr gesellschaftlicheUnterstützung für diese repressivenMaßnahmen mobilisieren.7 Sie hatten eine spezifische Funktion, die Scheibelhofer so zusammenfasst: »NachaußenverdeutlichterderBevölkerung,dassEinbürgerungstrikterge- handhabtwird,undvonzukünftigenStaatsbürgerInnenerzwingtereinZei- chenderUnterwerfungunterdieösterreichischeStaatsmacht […].Wassol- cheIntegrationstestsbezwecken, ist,MigrantInnenals ›nicht-wir‹, rückstän- digundgefährlichfremdzumarkieren.« (Scheibelhofer2018:67) Ähnliche Reformen von Staatsbürgerschafts- und Einwanderungsgesetzen wurden inden letzten Jahren auch in anderenLändernEuropas beobachtet und kritisch kommentiert (vgl. Bauböck/Joppke 2010; Michalowski 2011). Berühmt-berüchtigt wurde der Einbürgerungstest im deutschen Baden- Württemberg. Er forderte von MuslimInnen, die sich um die deutsche Staatsbürgerschaft bewarben,dieBeantwortung von 30Fragen zuTerroris- mus,Sexualität,undGeschlechterverhältnissen: »ImRahmendieses›Muslimtests‹ (wieerbaldgenanntwurde)musstensich dieBefragtennichtnurgegendieAnschlägevon9/11aussprechen,sondern etwaauchbekunden,dasssiekeinProblemdamithätten,füreineweibliche Vorgesetztezuarbeiten,oderzuerfahren,dassdereigeneSohnhomosexu- ell ist.« (Scheibelhofer2011:332-333) 7 DieserEinschätzungschließtsichauchdiePolitikwissenschaftlerin JuliaMourãoPermo- seran.SiekommtinihrerUntersuchungderIntegrationsvereinbarungzumSchluss:»[T]he actualaimofimposingnewconditionsontheacquisitionofrightswasnottoachieveacer- tainmaterialeffect,butratherasymboliceffect–namelytosendanexclusionarymessage thatthegovernmentistoughonimmigrantsandtosatisfythepredominantlyanti-immi- grantpublicopinion«(MourãoPermoser2013:157)
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Im Namen der Emanzipation Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Titel
Im Namen der Emanzipation
Untertitel
Antimuslimischer Rassismus in Österreich
Autor
Benjamin Opratko
Verlag
transcript Verlag
Ort
Bielefeld
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4982-0
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
366
Schlagwörter
Rassismus, Österreich, Islam, Moslem, Fremdenfeindlichkeit, Religion
Kategorien
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