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Anton Kuh - Biographie
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136 »Akustischer Kehraus einiger Nachmittage«  – »Von Goethe abwärts« Beiger Pappband, 15 mal 10,5 Zentimeter, 1 Zentimeter stark, schlich- ter typographischer Titel, auf Deckel und Rücken geprägt, schwarzer Kopfschnitt, 54 paginierte Seiten unbeschnittenen italienischen Büt- tenpapiers und darauf 169  – ja was eigentlich?  – Gedankensplitter? Sprachbilder? Denkmuster? Jedenfalls keine Aphorismen!  – »Aussprüche« vielmehr, wie sich Anton Kuh in der sechsseitigen Einleitung zu dem in eintausend nume- rierten Exemplaren bei E. P. Tal im Herbst 1922 aufgelegten Bändchen »Von Goethe abwärts« ausbedingt. Er sei keine Skriblernatur, sondern »funktioniere sprecherisch«, das Bändchen sei somit »akustischer Kehr- aus einiger Nachmittage«, die einzelnen Aussprüche »Endglieder un- geschriebener Gedankenketten«, programmatisch glanz- und pointenlos. Aus seiner »grundsätzliche[n] Abneigung gegen Aphorismen«, diese verschwitzt auf Glanz gebosselten schwindelhaften »Tiefsinnigkeiten«, macht er keinen Hehl. Seine gänzlich »unaphoristischen«, ungeschliffe- nen Aussprüche betrachte der geneigte Leser »als Anfangs-, End- oder Mittelsätze von Essays«, die sich der »jahrelangen, konsequenten Faul- heit ihres Autors, Bücher zu schreiben«, verdanken. Zusammengelesen verdichteten sich diese »ungeduldige[n] Abbreviaturen« zu einer »re- volutionären, das heißt antiliterarischen Literaturauffassung«, Kontra- faktur zur von ihnen skizzierten »Physiognomik der [zeitgenössischen] Kultur«. »Nur jene Aphorismen sind wichtig, die ein Gesicht, nicht jene, die ein Tonfall miteinander verbindet«,1 formuliert Kuh, als paraphrasierte er eine Reflexion Hérault de Séchelles’, der zufolge die wahren Bonmots »eher dem Charakter als dem Geist« entspringen.2 Sein Widerwille gegen den Flitterkram  – entweder der Aphorismus hinkt gedanklich, oder er hatscht sprachlich, allzu oft schafft er angestrengt beides  –, der, dreht und wendet man ihn, seinen Glanz rasch verliert, schuldet sich nicht zuletzt dessen Blutleere. Er sei ein »Papierprodukt«, das »dem antitheti- schen Rauschen im Gehör« nachgebe und »sich immer in der Dimension des Papieres sowie aus sich selber« fortzeuge  – wem die Spitze nament- lich gilt, ist unschwer aus folgender Formulierung zu ersehen  –, »Lieb- lingswaffe der Notwehr in den Händen aller Kräusler und Boßler, die sich der anstürmenden Wahrheit über sich selbst erwehren«.3
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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