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Anton Kuh - Biographie
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171 felds Langeweile mit Schnitzlers Samtweichheit mengenden Feudal- Technik« Hugo von Hofmannsthals, dessen »Schwierigem« Kuh immerhin »ein Ohr für Tonfälle, ein Flair für den Zauber der Distanzen, eine Richard Strauß kongeniale Gabe, Musik der Kühle zu machen«, attestiert, »Moskauer Kunst im Comédie-française-Stil« macht.64 So wie er es versteht, Autoren und deren Werk auf den Punkt zu bringen  – in definitorischen Konzentraten à la: »Gerhart Hauptmann: der Gewerkschaftsolympier« oder Pierre Frondaie: »ein Suder-l’homme, bestäubt mit falschen Bataille-Düften«65, Eugen Brieux: »der Urania- Ibsen«66  –, übt Kuh seine unvergleichliche Kunst der Pointierung auf knappest bemessenem Raum, verdichtet er seine Eindrücke in Kürzest- kritiken, in süffige sechs, acht, zehn Zeitungszeilen. Hemdsärmelig ver- fährt er mit Stücken, Inszenierungen, Aufführungen und Darstellern. Über die Burgtheateraufführung von Thaddäus Rittners »Garten der Jugend« im Dezember 1917: »Das Spiel zeigt Rittners wohlvertraute Art: es ist konstruiert, von A–Z, aber mit einem so fein gespitzten Bleistift, daß es gedichtet aussieht; Aufbau und Sinnigkeit klappt so gut zusammen, daß man bis zum Schluß unsicher ist, ob man poetisierende Mache oder gezirkelte Poesie vor sich hat. Am Ende kennt man sich aus: die Poesie war mitgezeichnet. Was ist also der Sinn des lieben Märchens? Sich auszugehen. Ist nur noch die Frage, wie gut oder schlecht man sich mittlerweile amüsiert hat. Nun: recht nett. So zwischen Lächeln und Gähnen.«67 Über die Premiere des Schwanks »Prokurist Poldi« an der Neuen Wiener Bühne, ebenfalls im Dezember 1917: »Der ›Onkel Bernhard‹ hat für ein Nachgericht noch etwas Fett gegeben. Leider wurde es keine kompakte Pfefferkugel, sondern eine mit Lozzelach-Rosinen und ele- gischem Powidel gestopfte Fächertorte, die bekanntlich die Eigenschaft hat, beim ersten Bissen auseinanderzubröseln.«68 Über eine Wiener Aufführung von Erik Hostrups »Hausdame« aus demselben Monat: »Dieses Stück bringt den Staub schon auf die Welt mit. Es wirkt so, als hätte man es auf dem Boden unter altem Gerümpel aus ein paar Reclam-Bändchen, Serie ›Gelegenheitsscherze‹, aufge lesen: albern-gemütlich und klapperdürr-harmlos. […] Gespielt wurde nicht schlechter als im Verein ›Harmonie‹. Mit jener Zappligkeit, in der der Dilettant seinen dünnern Atem verausgabt. Bloß Herr Onno als Kastra- tenbubi hielt ihn durch zwei Stunden an. Was man vom Publikum nicht sagen kann.«69 Über Oskar Maurus Fontanas Schauspiel »Marc«: »Ein leichterer Fall. Hier verwirrt kein Sentenzengestrüpp die Suche nach dem Geist, nach dem Gesicht. Man sieht durch und durch und sieht  – nichts.«70
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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