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Anton Kuh - Biographie
Seite - 197 -
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197 »An seinen Früchteln sollt ihr ihn erkennen«  – »Der Affe Zarathustras« Mit der Auseinandersetzung Kraus – Békessy resp. Kraus – »Die Stunde« ist die Kontroverse Kuh – Kraus verquickt. Den Vortrag »Der Affe Zarathustras« als Teil der »Stunde«-Kampagne zu sehen liegt des- wegen zwar nahe, entspricht aber nicht den Gegebenheiten. Kuh tritt in dieser Sache nicht als Handlanger Békessys auf, er geht in dem zwei- einhalbstündigen Vortrag ein einziges Mal  – und auch das nur am Rande  – auf die Affäre Kraus – Békessy ein, eben um den Vorwurf zu entkräften, er sei ein Abgesandter Békessys. Anton Kuh betreibt den »Unterhaltungssport« der »Frotzelung des Kraus«1 lang vorher und lang nachher, nachweislich seit den späten 1910er Jahren. Karl Tschuppik, damals Chefredakteur des »Prager Tag- blatts«, bedauert in einem nicht datierten Brief an seinen Protegé, dessen »Kraus-Feuilleton« nicht bringen zu können, so leid es ihm um den »klugen, schönen Artikel« tue, aber er halte sich in dieser Angelegenheit »an das fünfte Gebot, Dinge, die [ihn] nicht direkt angehen, lieber liegen- zulassen«. Der Artikel müsse in Wien erscheinen, und Kraus wäre wahr- scheinlich sogar glücklich darüber, weil endlich das Schweigen  – das Totschweigen Kraus’ in der Wiener Presse  – gebrochen würde.2 Im Vorbeigehen fährt Kuh immer wieder einmal den Ellbogen aus, um Kraus anzurempeln, bezeichnet etwa im Feber 1918 in einer Vorbespre- chung einer Wiener Inszenierung des expressionistischen Paul-Kornfeld- Dramas »Die Verführung« die zwischen selbstquälerischer Verzweif- lung und euphorischer Selbstverliebtheit schwankende Befindlichkeit der Hauptfigur als »von Erlebnistrieb und Karl-Kraus-Lektüre hoch- gepeit schte[n] Traum der Hysterie«.3 Was Anton Kuh an Karl Kraus sauer aufstößt und seine polemische Lust anstachelt, ist zum einen die Pose, zum anderen die Manier. Zum einen die Selbstgerechtigkeit, mit der einer sich selbst als oberste und einzige Instanz einsetzt, die »Welt- gericht« hält4 und gegen deren Urteile Berufung weder zulässig noch statthaft ist. Zum anderen die »Metaphysik des Beistrichs«,5 die virtuose Federfuchserei, das »Ethospetetos«, das sich in einem Papier-Universum austobt, die sprachliche Spitzfindigkeit, mit der er »immer wieder die durch die Wirklichkeit entstandenen Löcher mit Worten verstopft«.6 Die Auseinandersetzung Kraus’ mit der »Jungen Generation« im Sommer
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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