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Anton Kuh - Biographie
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229 1926 Zumindest Kraus’ Anhang erscheint zum Vortrag, in dem Anton Kuh am 2. Oktober 1926 unter dem Titel »Skandal in Wien«  – im »Neuen Wiener Journal« mit dem Untertitel »›Der Affe Zarathustras‹, II. Teil« angekündigt3  – im vollbesetzten Mittleren Konzerthaussaal (900 Zu- hörer) selbstkritisch die Affäre »Stunde« versus Kraus resümiert. Ein Jahr nachdem er als Sieger vom Podium gestiegen ist, kommt Kuh nun zwar in »Sack und Asche gekrochen«4, kriecht aber keines- wegs vor den wieder zahlreich erschienenen Kraus-Jüngern zu Kreuze, sondern spart neuerlich nicht mit ätzenden Bemerkungen gegen den »Fackel«-Herausgeber. Zunächst formuliert er jedoch die Be- denken, die er »als eine Art inspizierender Outsider« von An- fang an gegen ein journalistisches Projekt wie »Die Stunde« mit ihrem boulevardesken Auftreten gehegt habe. Ihm und insbe- sondere auch Karl Tschuppik sei vor der Budapester »Tüchtig- keit« schon etwas mulmig zumute gewesen; denn: »Wenn man in Budapest tüchtig ist, ist man hier schon im Landesgericht.« Anderer- seits habe gerade die Invasion der Ungarn mit ihrem weltmännischen Habitus Wien in den Jahren nach dem Weltkrieg vor der »Verkremse- rung« gerettet. Sein Engagement sei ein »Sacrificio dell’intelletto« ge- wesen, also sehenden Auges »einen Teil der besseren Erkenntnis zu opfern, um etwas Wichtiges in einem anderen Teile zu tun«, nämlich ein Forum zu haben im Kampf gegen »die Hakenkreuzler, gegen die Pseudomoral, gegen die Versumpfung der Polizei und Justiz«5. Die Redaktion sei im übrigen völlig unabhängig von der Anzeigenabteilung gewesen und habe von den Machenschaften im Administrationsbüro nichts mitbekommen. Neugierig sei er von Anfang an gewesen, wie Kraus auf die »Popula- risierung« dessen, wofür dieser mit der »Fackel« schon zweieinhalb Jahrzehnte stand, reagieren würde. Dabei sei ohnehin abzusehen ge- wesen, daß er diese Nachbarschaft als kompromittierend empfinden würde: »›Was? Mit meinen satirischen Spezialerrungenschaften grün- den sich jene e’ Zeitung?!‹« Der ingrimmige Ernst, mit dem Kraus der bis zur Selbstpersiflage getriebenen Ironie der »Stunde«-Autoren zuge- setzt habe  – Kuh: »In dieser Situation kam der grosse Ethiker K[arl] Kraus und sagte: Was sind das da für neue Menschen, Libertiner, Amoralisten, Lausbuben, Gürteltaillenmenschen?  … Er ohne Gürtel- taille, mit Moral!«  –, habe Kuh veranlaßt, den »Feldzug der Rotzbübe- rei« zu starten, als dessen »Generalissimus« er sich seinem Auditorium vorstellt. Ein Großteil der »Stunde«-Redakteure sei ursprünglich da- Wien, Konzerthaus, Mittlerer Saal, 1.10.1926, 19.30 Uhr: Skandal in Wien
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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