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Anton Kuh - Biographie
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235 dem Apparat hochnotpeinlichen Gesetzes-Ernstes auszustatten. / Ihre Devise lautet eben: ›Mit Kant gegen Gott für Vaterland.‹« 1925 beginnt auch Kuhs Mitarbeit beim Münchner »Simplicissimus«, für den er bis 1930 rund 30 Beiträge liefert, ebenso viele für die »Münch- ner Illustrierte Presse« in den Jahren 1929 bis 1933: fast durchwegs Leichtgewichtiges. Bagatellen, Bluetten, Petitessen zumeist auch Kuhs Beiträge zu diversen Zeitschriften neuen Typs  – wie »Das Magazin«, »Revue des Monats«, »Das Leben« oder »Scherl’s Magazin«  –, die ab der Mitte der 1920er Jahre, nach US-amerikanischem Muster gestrickt, auch auf dem deutschsprachigen Markt ins Kraut schießen: den Magazi- nen: groß- und meistenteils freizügig illustrierten Heften, deren Bunt- heit und Themenvielfalt der geradezu panisch gefolgten Maxime »Nur nicht langweilen!« geschuldet zu sein scheinen und das zeitgenössische Unterhaltungs- und Zerstreuungsbedürfnis bedienen. Daneben aber immer auch hellwache Beobachtungen des »Kultur- chronisten«20, der etwa 1929 den Dauertänzer als Symptom trostlosen Amüsierzwangs diagnostiziert21 oder eine US-Filmschmonzette22 ideo- logiekritisch zerlegt; der 1931 die »Jugend-vor!«-Manie nüchtern als ökonomisches Kalkül entlarvt23 oder das Klischee vom »süßen Wiener Mädel« sozialhistorisch destruiert, um nicht zu sagen: dekonstruiert.24 Keine gravitätischen Abhandlungen allesamt, die mit dem Bauchauf- schwung der »Stellungnahme« daherkommen  – und doch alles andere als leichtgewichtig. Ganz auf der Linie der Berliner »Zeitschrift der aktuellen Ewigkeits- werte«25, der als snobistisch verschrienen Ideenbörse für den geistes- gegenwärtigen Zeitgenossen, wie sie deren Herausgeber, Hermann von Wedderkop, so schlicht und bescheiden wie ambitioniert zu Beginn des vierten Jahrgangs, 1924, formuliert: Programmatisch »untendenziös«, habe der »Querschnitt« nur »eine Tendenz, die der Lebendigkeit«. Wedderkop verbittet sich »säuerlichen Intellektualismus«, will »statt Ansichten Wissen und Tatsachen«, will der Zeit den Puls fühlen, das Gesicht der Zeit aus unmittelbarer Anschauung zeichnen, ein Magazin europäischen Formats, das seine Leser über Kunst, Leben, Wissen- schaft, Musik auf dem laufenden hält, »ohne [sie] anzustrengen oder zu ermüden«.26 Neben physiognomischen Typologien wie »Der Backfisch«, »Das k. k. Ballettmädel« oder »Jockeis«27 und Porträts einzelner Schauspieler steuert Kuh ganze Porträtserien mitten aus dem Berliner Theaterbetrieb bei sowie Feuilletons über Alt- und Neuwiener Quisquilien und Befind- lichkeiten sowie ab 1929 Dutzende Besprechungen zum »Bücher-Quer- schnitt« in der Bandbreite »Propyläen-Weltgeschichte«28 bis »Herrn
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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