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Anton Kuh - Biographie
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240 »Welt bühne«-Mitarbeiter Berthold Jacob-Salomon18, Gestalt an, am 1. Oktober 1927 sollte das erste Heft der neuen »Zukunft« erscheinen. Kurz nach Hardens Ankündigung, die »Zukunft« wieder erscheinen zu lassen, ersucht Kuh, einem »romantischen Hazard« nachhängend und in einem Gefühl »unterirdischen Corpsgeistes«, brieflich um ein Gespräch, das allerdings an Dringlichkeit verlöre, sollte Harden »die neue ›Zukunft‹ wie die alte von A–Z allein zu schreiben und redigieren gedenken«.19 Ende August muß Harden indessen, gesundheitlich schwer angeschla- gen, das Handtuch werfen. Er stirbt am 30. Oktober 1927 in Montana- Vermala im Schweizer Wallis, wo er sich seit Anfang Juli zur Linderung seiner chronischen Bronchitis aufgehalten hatte. Die Nachrufe in der bürgerlichen Presse sind zwiespältig, bemüht zwar, dem unerschrockenen Oppositionellen Gerechtigkeit widerfah- ren zu lassen, aber  … Exemplarisch Kurt Tucholskys Nekrolog, der anhebt mit den Sätzen: »Es ziemt sich, auf das Grab dieses großen Schriftstellers einen Kranz zu legen. Aus welchen Blumen –?«20 Mit- nichten ambivalent hingegen die rechte Publizistik: Verhöhnung und Gehässigkeit über das Grab hinaus. Tenor: »jüdischer Schmierfink«, »charakterlose Pazifisterei«, »Gesinnungslumperei«. Joseph Goebbels im »Angriff«: »Maximilian Harden ist durch eine Lungenentzündung hingerichtet worden. / Damit geht eines der gemeinsten und nieder- trächtigsten Individuen, die Deutschland an den Rand des Abgrundes gebracht haben, aus dem Zeitlichen heraus. Maximilian Harden ist der Typ der jüdischen Literaturbestie, die bedingungslos und ohne Rück- sicht das Gastrecht des Wirtsvolkes mißbraucht und ihrem ewigen Trieb zur Zerstörung frönt. / Das deutsche Volk hat ihm und seinesgleichen ein Meer von Blut und Tränen zu verdanken. / Sonst sagt man: ›de mortuis nil nisi bene!‹ / Das hat bei unseren Vernichtern keine Geltung. Wir bedauern am Tode dieses Mannes nur, daß er uns die Möglichkeit genommen hat, auf unsere Art mit Isidor Witkowksy21 abzurechnen.«22 1927 Obwohl es ihm leichtfällt, dort Fuß zu fassen, ist das Berlin des Jahres 1926 keine »g’mahte Wiesn« für Kuh. Legion sind zwar die Stimmen, die ihm attestieren, daß er zu den wenigen Podiumsartisten gehört, die auch etwas zu sagen haben; daß seine blendenden Formulierungen, schein- bar Einfälle des beschwingten Augenblicks, in die Tiefe gehen, und, wie die ganze Art seines Vortrags, abseits vom Lehrhaft-Langweiligen, scharf präzisiert und mit Witz, der vom Geist und nicht vom Willen
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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