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Anton Kuh - Biographie
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241 zum Amüsement herkommt, getränkt sind23  – trotzdem wird er bisweilen despektierlich als Schaumschläger apostrophiert. Gehäuft ausgerechnet nach der »Über die Grenzen des Erlaub- ten oder Külz und Kunst« betitelten Stegreif-Matinee, in der er auf Einladung Theodor Taggers im frisch renovierten Ber- liner Renaissancetheater am 30. Januar 1927 unter anderem über das im Dezember 1926 vom Reichstag verabschiedete »Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften«, kurz: Schmutz-und-Schund-Gesetz  – nach Reichsinnenminister Wilhelm Külz, der den Regierungsentwurf vorlegt, auch »Lex Külz« genannt  –, spricht, dem gemäß Prüfstellen für Nord- und Süddeutschland sowie eine für Beschwerdefälle zuständige Oberprüfstelle eingerichtet werden. Gegen das Gesetz wurde im Oktober 1926 mit in Berliner Zeitungen veröffentlichten Aufrufen und Petitionen an Reichstag und Regierung  – unterzeichnet von allen, die Rang und Namen haben in der République des lettres  – im Namen der »Geistesfreiheit« mobil gemacht. Während in der »Vossischen Zeitung« tags darauf zu lesen steht, daß von Kuhs »mit urmimischer Rhetorik« anderthalb Stunden lang »aus dem Ärmel geschossenen Einfällen »ein Dutzend ›Literaten‹ mehrere Jahre leben könnten«;24 während der »Vorwärts« den Vortrag »rein artistisch eine Meisterleistung« nennt;25 während sogar der deutsch- nationale »Tag«, dessen Anhang Kuh kräftig den Kopf gewaschen hatte, ihm seine Anerkennung nicht versagt  – »Herr Anton Kuh war mit Esprit geladen, Herr Kuh entwickelte Gedankengänge, die redne- risch glänzend gefaßt waren, Herr Kuh brillierte«26  –, ist eine der Be- sprechungen von Kuhs Polemik gegen den »gesetzlich geschützten Normalmenschen« mit »Wiener Mittagsschmus«27 überschrieben, in einer weiteren von »Wiener kaffeehausliterarischer Welteinstellung«28 die Rede; davon daß Kuh »hihi, so der richtige Wiener sei, lose Zunge, weicher Kopp; Dampfplauderer ohne sachliches Rückgrat«.29  – Ber- liner Kaltschnauzen, die dem zugewanderten Wiener Dampfplauderer die Schneid abkaufen?  – Mitnichten. Sondern das uralte Phänomen vom Bauern, der das Kreuz nicht grüßt, weil er den Herrgott noch als Birnbaum gekannt hat. Soll heißen: das tiefsitzende, aus Neid und Miß- gunst gespeiste Ressentiment, das die aus der Donaumetropole zu- gewanderten Hundertschaften und mittlerweile berlinisch Maskierten an die Spree mitgebracht haben.30 Oder, wie Kuh selbstbewußt zuspitzt: das (Angst-)Gegeifer von im Berliner Literatur-, Theater- und Film- betrieb werkenden Zweite-, Dritte- und Vierte-Garnitur-Wienern gegen den Neuankömmling aus der ersten Garnitur. Kuh macht seinem Ärger in einer Philippika mit dem Titel »Der Wiener in Berlin und der Berliner Berlin, Renaissancetheater, 30.1.1927, 12 Uhr: Über die Grenzen des Erlaubten oder Külz und Kunst
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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