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Anton Kuh - Biographie
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242 aus Wien«31 Luft und rechnet mit jenen Zuag’rasten ab, die seinen Külz-Vortrag runtergeschrieben haben. Seine publizistische Heimat ist ab Dezember 1926 eine ungemein gescheite, aufgeweckte, hellhörige und gut geschriebene Sonntags- zeitung: die im Münchner Verlag Knorr & Hirth erscheinende »Süd- deutsche Sonntagspost«, schlagender Beweis dafür, daß tiefe Wasser nicht trüb sein müssen und »Engagement«, Anstand und Gesinnung nicht verschwitzt und eifernd. »Hauptschriftleiter«, soll heißen: Chefredakteur Walter Tschuppik legt zwei Jahre nach dem Start am 12. Dezember 1926  – das Blatt hält bei einer Auflage von gut 150.000 Exemplaren  – klar, daß die »Süddeut- sche Sonntagspost«, was man gemeinhin unter »Programm« verstehe, nicht habe. Wenn, dann: »das der gesunden, einfachen Vernunft, der menschlichen Anständigkeit und des sozialen Gewissens.«32 Was ihn unter anderem im Dezember 1932 die Redaktion von München nach Haus bei Grafenau im Bayerischen Wald verlegen läßt, um das un- beschreibliche und unbeschriebene Elend, in dem die Menschen dieser Region ihr Leben fristen, aller Welt vor Augen zu führen und damit eine Hilfsaktion zu initiieren. »Weil«  – nur zwei der zwölf triftigen Gründe, die Walter Tschuppik anführt  – »weil am grünen Tisch in München oder in Berlin die Welt in dieser Zeit anders aussieht als zum Beispiel im Dörfchen Haus bei Grafenau  … […] Weil das Hemd näher ist als der Rock, und weil die Not das Dörfchen Haus so lange zur Hauptstadt Deutschlands macht, bis uns Berlin mit seinen politischen Nachrichten und Paris samt dem Sturze Herriots wieder näher gerückt sein werden  …«33 Anläßlich eines Pariser Gastspiels in der Hauptstadt Deutschlands, wird Anton Kuh, wie er merkbar vergrätzt bemerkt, dann von den Berliner Kritikern »der deutsche Text gelesen«.34 Sie echauffieren sich in ihren Premierenberichten über einen von ihm übersetzten Sketch in der Revue »Vive la femme!« vom Pariser Palace-Theater, die ab 1. April 1927 im Admiralspalast zu sehen ist. »Streichen!« lautet unisono das Verdikt über das sechsminütige Wortspiel um das französische »Merde!« und Kuhs allzu explizite Übertragung35  – und beinah einhellig auch ein antiaustriakischer Unterton. Am wenigsten verblümt in der »B. Z. am Mittag«, in der von »ein[em] bedauernswert geist- und witzlose[n] Sketch in der Verdeutschung des Herrn Anton Kuh aus Wien«  – »aus Wien« ist »eine beliebte [Berliner] Spottmarke, die man Mißliebigen aus der Nachbarzone anhängt«36  – die Rede ist.37 In einer Zuschrift an die »B. Z. am Mittag« verwahrt sich Kuh gegen die abfällige Wertung seiner Übersetzung: »Im Premierenbericht Dr. Erich Urbans über die Pariser
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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