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Anton Kuh - Biographie
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248 über geeignete, dem Medium angemessene Sendeinhalte. Daß der Rund- funk als halbstaatliche Institution allen  – immerhin zahlenden  – Teil- nehmern etwas bieten mußte, stand außer Frage, umstritten war jedoch die grundsätzliche Funktion des neuen Mediums: Bildung oder Unter- haltung? Kuh stand keineswegs allein mit seiner Beschwerde über die akusti- sche Berieselung, der die Hörer täglich ausgesetzt waren. Die Klagen über die Seichtigkeit des breitangelegten Programms  – »neben knallig- stem Massenschund die esoterischsten Kulturgenüsse«7  –, das auf die Bedürfnisse der geistig Anspruchslosesten zugeschnitten sei, waren Le- gion und führten regelmäßig wohlmeinende aufgeklärt-absolutistische Vorschläge zur Programmgestaltung im Schlepptau. Beispielhaft die Philippika Rudolf Arnheims: »Warum nimmt man sich für die Abend- unterhaltungen die dürftigsten Bockbierfeste zum Vorbild? Warum verwendet man für die Konzerte eine Bumsmusik, die selbst abgehärtete Sterndampfer zum Kentern brächte? Warum erschreckt man uns durch öligen Refraingesang und abendfüllende Opernpotpourris? Warum läßt man neckische Rezitatorinnen ihren Altweibersommer in den Jugend- stunden austoben? Oder näselnde Rentiers im Amtsjargon über Klein- viehzucht und deutsches Wesen dozieren? Weil dem Publikum das gefällt? Ihr habt euer Publikum doch in der Hand. Ihr seid seine Lehrer.« Man könne den Hörern ja »auf eine ziemlich unpopuläre Weise erziehe- risch kommen«, weil die ja ohnehin keine Wahl hätten  – die Sende- anstalten waren Monopolbetriebe  –, und bevor sie gar nichts hören, hören sie lieber »Gutes«.8 Die paternalistischen pädagogischen Ambitionen in Ehren, die im Rundfunk die akustische Volkshochschule im Äther sahen  – Rund- funkpraktiker wie der Intendant der »Berliner Funkstunde«, Hans Flesch, dachten schon 1930 nur mehr mit Schaudern an die »Volksbil- dungsphrase« der ersten Jahre als gefährliche Androhung grauenhafter Langeweile zurück: gutgemeinte Versuche, die von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, weil noch keine dem tönenden Medium adäquaten Formate entwickelt waren.9 Ebenso Ernst Schoen, der künst- lerische Leiter des SWR, der durchaus mit den von Bert Brecht und dessen Mitarbeitern entwickelten Formaten und Walter Benjamins »Hör modellen« experimentierte: »›Kultur mit einem haushohen K. Man glaubte im Rundfunk das Instrument eines riesenhaften Volksbil- dungsbetriebs in der Hand zu halten. Vortragszyklen, Unterrichtskurse, großaufgezogene didaktische Veranstaltungen aller Art setzten ein und endeten in einem Fiasko. Denn was zeigte sich? Der Hörer will Unter- haltung. Und da hatte der Rundfunk nichts zu bieten: der Trockenheit
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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