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Anton Kuh - Biographie
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249 und fachlichen Beschränktheit des belehrenden entsprachen Dürftig- keit und Tiefstand des ›bunten‹ Teils. Was bisher als Vereinsunterneh- men ›Schlummerrolle‹ oder ›fröhliches Weekend‹ eine Arabeske am seriösen Programm gewesen war, mußte aus der muffigen Atmosphäre des Amüsements in die gut durchlüftete, lockere und witzige Aktualität gehoben und zu einem Gefüge werden, in dem das Mannigfaltigste auf gute Art sich zueinander finden konnte.« Schoen gab die Losung aus: »Jedem Hörer, was er haben will, und noch ein bißchen mehr (nämlich von dem, was wir wollen).« Mit der von Benjamin formulierten Kon- sequenz: »Man sah aber in Frankfurt sogleich: dies zu bewirken ist heute [1929] nur möglich mit einer Politisierung, die ohne den chimä- rischen Ehrgeiz staatsbürgerlicher Erziehung den Zeitcharakter so be- stimmt, wie ehemals der ›Chat Noir‹ und die ›Elf Scharfrichter‹ es getan haben.«10 Daß das neue Medium wiederum dem Mißbrauch Tür und Tor öff- nete, war die Kehrseite der Medaille und sollte sich sehr bald weisen: über Lautsprecher ein Instrument der Massenpropaganda mit bislang nie dagewesener Breitenwirkung und Suggestionskraft. Der NS-Propa- ganda galt der Rundfunk als »geistige Rüstungszentrale der Nation«, die via Volksempfänger auch auf breitester Front erreicht wurde. Schon bei der Kasseler Tagung »Dichtung und Rundfunk«11, zu der für den 30. September und 1. Oktober 1929 die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste und die Reichs-Rundfunk- Gesellschaft eingeladen hatten  – unter den Teilnehmern: Arnolt Bron- nen, Theodor Däubler, Alfred Döblin, Herbert Eulenburg, Herbert Ihering, Hermann Kasack, Edlef Köppen, Oskar Loerke, Ina Seidel, Arnold Zweig sowie der erste Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Ernst Hardt, und der Intendant der »Berliner Funkstunde«, Hans Flesch  –, zeichneten sich die weltanschaulichen Fronten ab, die fest- legten, welchem Zweck der direkte Zugriff aufs Hörerbewußtsein dienstbar gemacht werden sollte: der Unterhaltung, der Erziehung, der »Erbauung«  – oder der Demagogie. Rundfunktheoretiker und -praktiker der ersten Stunde befragten das noch ziemlich neue Medium auf seine ästhetischen Möglichkeiten hin und erörterten die Eignung der überkommenen Literaturgattungen für das Radio. Alfred Döblin regte an, neue literarische Gattungen zu ent- wickeln, das Hörspiel oder Mischgattungen zwischen Drama, Lyrik und Essay. Er hegte die Hoffnung, daß die Literatur nicht nur vom akustischen Medium (das formale Mittel wie Kürze, Prägnanz, Ein- fachheit erfordere), sondern auch von der Publikumsstruktur Anstöße zur Veränderung erhalte: Es galt, den »lebenden einfachen Menschen«
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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