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Anton Kuh - Biographie
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258 tionsleiters der Tauber-Tonfilm-Gesellschaft in den Ateliers von Geisel- gasteig, um ihm einen Vorschuß auf ein Drehbuchhonorar abzuringen. So lange, bis es diesem zu dumm wurde und er Max Reichmann, der gerade den Spoliansky-Film abdrehte, anrief, um den lästigen Belagerer wegzubekommen: »›Sind alle Rollen besetzt, Max?  … Was?  … Den Schneidergehilfen?  … haben wir!  … Ich schicke ihn sofort hinüber.‹ Öffnete nach dieser Unterhaltung die Türe und sagte zu mir: ›Gehn Sie rasch ins Atelier und lassen Sie sich schminken  – Sie spielen mit.‹ Zwei Kilometer im Umkreis des Film-Ateliers gibt es nur Diktate, nicht Wünsche. Das Ziel war also erreicht, ich begab mich hinüber und der Produktionsleiter konnte, nachdem ich einer anderen Abteilung des Betriebs überwiesen war, wieder friedlich durch Tür und Fenster hinaus- sehen.« Kuhs schauspielerische Mitwirkung an einem Tonfilm ent- puppte sich sonach »als Zwischenspiel eines anderen Werkes: des noch nicht gedrehten selbstbiographischen Tonfilmdramas ›A conto‹«.21 Schon der Drehbuchschreiber sei eine Fehlbesetzung gewesen, unkt Willy Haas in seiner Premierenbesprechung: Ausgerechnet Anton Kuh, »einem der giftigsten und manchmal auch witzigsten Pamphletisten unserer Publizistik«, die Bearbeitung der »Maria Stuart« anzuvertrauen sei zweifellos eine »Kateridee« gewesen. Immerhin habe er sich, des klassischen Sujets eingedenk, mannhaft zurückgehalten. Haas hatte erwartet, »daß Marschall Bothwell bei passender Gelegenheit ein paar saftige jüdische Witze erzählen werde«.22 Ob es Leopold Jessners Sordine zu verdanken ist, daß diese Erwar- tung enttäuscht wurde? Der Intendant der Berliner Staatstheater wird mal als Drehbuch-Coautor, mal (auf dem Filmplakat) als »Künstleri- scher Leiter«, mal als Coregisseur genannt: In welchem Ausmaß er tat- sächlich am Drehbuch mitgearbeitet, was an Regie und Bildgestaltung, was an der malerischen Atmosphäre, an starken Effekten während der Dreharbeiten, die Ende August 1927 in den Filmateliers in Staaken begannen, auf das Konto des großen Theater-Regisseurs geht, was auf jenes des gewiegten Film-Routiniers Friedrich Fehér, der unter »Regie« firmiert, und was auf jenes der Kameraführung Leopold Kutzlebs, ist schwer zu sagen. Während manche Rezensenten Jessners Handschrift in der »großen theatralischen Geste, die bei der Szenenführung unverkenn- bar ist«, im »vielfach bildmäßig gut gesehenen Theater«, den »sehr mar- kanten Bildeinstellungen, durch die einzelne Bildausschnitte bisweilen unerhört wirksam unterstrichen werden«,23 klar erkennen wollen, kön- nen andere typisch Jessnersches Gepräge nirgends bemerken24 und wundern wieder andere sich, warum er seinen guten Namen mit einem derart anspruchslosen Film aufs Spiel setze.25 Ob die National-Film
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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