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Anton Kuh - Biographie
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268 Den Drehbuchschreibern war es sichtlich darum gegangen, um die Arien Taubers herum eine Handlung zu bauen, und sie hatten stereotyp alle hundert Meter Film aus irgendwelchen unbegründeten An lässen heraus den Sänger zum Gesang aufzufordern und damit die mit dem Tonfilm geborene Mode, um einen Sänger herum eine Geschichte zu erfinden, damit dieser seine Chansons über die Leinwand schmettern könne, kopiert, und zwar »schlecht und geschmacklos, dumm und geist- los«, wie der Rezensent der »Vossischen Zeitung« findet. Der sich daran stößt, daß man Taubers »beim Singen weitaufgerissenen Mund in zwan- zigfacher Vergrößerung eine Viertelstunde betrachten mußte«, und dem Kammersänger rät: »Er möge ruhig wieder an die Frauen glauben, dem Tonfilm aber (der so unerbittlich fotografiert!) künftig mißtrauen.«54 Tontechnisch mag »Ich glaub’ nie mehr an eine Frau« ein Schritt nach vorn gewesen sein, filmisch bedeutete er zwei Schritte zurück. Dieser Emelka-Tobis-Film unter der Regie von Max Reichmann zeugt von einer geradezu trostlosen Verständnislosigkeit für die Möglichkeiten und Forderungen des Tonfilms, findet der Rezensent der Fachzeitschrift »Film«, der entsetzt ist über die erschütternde Naivität der »abgedro- schensten, geist- und witzlosesten und nichtssagenden Dialoge«, über die fehlende Einsicht des Regisseurs, »daß im Tonfilm ein Matrosenchor nicht den Anschein und das Benehmen einer zum Abend singenden Betschwesternvereinigung haben dürfe, daß alte und schmerzbeladene Mütterlein unmöglich auf Flügeln des Gesanges zu ihrer noch scham- loseren Verlogenheit der Gefühle kommen könnten.«55 Daß der Film unter der musikalischen Leitung von Paul Dessau das Prädikat »Künstlerisch« verliehen bekam und das, mit Verlaub, »ver- tauberte« Publikum die Vorführsäle stürmte  – eine Kinokarte war im Gegensatz zu Schallplatte und Grammophon auch für die Massen er- schwinglich  –, steht auf einem anderen Blatt. Zur Ehrenrettung Kuhs sei gesagt, daß er einer von vieren war, die am Drehbuch schrieben  – neben ihm noch Curt J. Braun, Walter Reisch und Werner Scheff  –, und offenbar Curt J. Braun die Federführung hatte. Ebenso für zwei weitere Filme der Richard-Tauber-Tonfilm-Pro- duktion, beide unter der Regie von Max Reichmann und unter der musikalischen Leitung von Paul Dessau: »Das Land des Lächelns« nach der gleichnamigen Operette von Ludwig Herzer, Fritz Löhner-Beda und Viktor Léon mit der Musik von Franz Lehár (Drehbuch gemein- sam mit Leo Laszlo und Curt J. Braun) sowie »Die große Attraktion« (Drehbuch gemeinsam mit Curt J. Braun und Richard Schneider- Edenkoben).
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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