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Anton Kuh - Biographie
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305 Lebens« mit einiger Regelmäßigkeit behelligt wurden, aus seinem »hor- ror Germaniae« keinen Hehl machend, antwortete: »Gott erhalte uns unser Österreich, es wird sich aus seinen Nöten schon herauswickeln. Bloße Tüchtigkeit kommt vor dem Fall, und zwar immer wieder. Wer will dem Schicksalsrenner ›Deutschland‹ an den Schweif gebunden sein?  / So ungemütlich die Verhältnisse bei uns durch den Einfluß jener Gruppen, denen das Exerzieren, Defilieren und Parieren Lebenszweck ist, sich auch gestaltet haben, so bleibt Österreich doch ein politisches Paradies unter den Staaten der wilden Völker des europäischen Konti- nents. Meinetwegen Deutschland über alles  – nur nicht über uns. Leider wird es nicht zu verhindern sein, daß uns Deutschland eines Tages an- nektiert  – aber drängen wir uns nicht dazu.«72 Um es zu verhindern, setzt das österreichische Ständestaat-Regime verbissen auf stramme Gefolgschaft, die »altösterreichische Formel des Patriotismus« steht nicht allein für unsicheren Kantonismus, sondern ideologisch auf der anderen Seite. »Der unsterbliche Österreicher«, die- ser Abgesang auf »de[n] vielsprachigen, de[n] entnationalisierten Men- schen«73, wird vom »Preß-Bureau« der Wiener Bundespolizeidirektion im Feber 1936 verboten, weil seine »Verbreitung eine Propaganda für die kommunistische beziehungsweise sozialdemokratische Arbeiterpartei darstellt«.74 Der »Anzeiger für den Buch-, Kunst- u. Musikalienhandel« führt das Buch Ende Feber 1936 mit der Spezifizierung »Demonstra- tionsverordnung, B.-G.-Bl. Nr. 185/1933« in der Rubrik »Warnung vor Verkauf etc. von Druckschriften, die eine Förderung verbotener Parteien beinhalten«.75 Daß Kurt Schuschnigg, damals »Schutzhäftling« im KZ Sachsen- hausen, unter dem 27. August 1944 in sein Tagebuch notiert: »Anton Kuh: ›Der unsterbliche Österreicher‹ gelesen. Ergänzung und neue Auflage wären vonnöten«76  – späte Einsicht, »tätige Reue«? 1930 Ungewöhnlich trocken und kategorisch dezidiert im Vergleich zum Gestus, der seinen »Querschnitt«-Buchbesprechungen eignet, ist Kuhs ätzende Besprechung von Ernst von Salomons autobiographischem Roman »Die Geächteten«77. Salomon, stets auf seiten der radikalen Rechten, gegen Liberalismus und Republikanismus, Freikorpskämpfer im Baltikum und in Oberschlesien, 1922 wegen seiner Beteiligung an der Ermordung Walther Rathenaus als Repräsentanten der »europahörigen, kompromißlerischen Republik« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, schildert darin nonchalant die Gemetzel der Freikorps-Marodeure an
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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